Gute Stube ist auf dem Weg

Die Debatte darüber, welchen Vorgaben der Umbau der Burladinger Stadthalle folgen soll, verlief unspektakulär. Beide Fraktionen gaben ihren Segen.

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Sebastian Dietrich, Leitender Mitarbeiter des Bauamtes, stellte gestern Abend den von der Stadtverwaltung favorisierten Plan vor, erläuterte im Einzelnen, wie sich die Halle nach dem Umbau auf drei Ebenen darstellen soll.

Dörte Conradi, Sprecherin der CDU-Fraktion, ging in ihrer Stellungnahme zunächst auf die Vorgeschichte ein. Drei Jahre lang habe man sich an dem "Projekt Stadthalle abgearbeitet", wobei die Sprecherin nicht nur die Diskussionen in ihrer Fraktion und im Gemeinderat meinte, sondern auch die Vertreter der Burladinger Vereine einschloss, welche die Beratungen durch Vorschläge und in Arbeitssitzungen begleitet hatten.

Conradi zufolge war allen Beteiligten klar, dass die Halle künftig "vor allem kulturellen Zwecken" dienen soll: Konzerten, Theateraufführungen oder Tagungen. Der nun vorliegende Entwurf biete die Möglichkeit, in kleinerem Umfang auch künftig Sport in der Halle zu treiben. Wettkämpfe werden eher nicht mehr möglich sein, Feldspiele nur eingeschränkt, für Gymnastik und Training eigne sich die Stätte aber sehr wohl. Abschließend und im Hinblick auf die ebenfalls vorhandene Trigema-Sport-Arena nannte Conradi das von der Verwaltung präsentierte Stadthallenkonzept "einen guten Kompromiss.

War da ein säuerlicher Beiklang in der Stellungnahme der Freien Wähler zu hören? Oder schwang eher Selbstzufriedenheit mit? Alexander Schülzle, Sprecher der Freien, erinnerte in seinem Beitrag daran, dass die Verwaltung zunächst ein Sanierungskonzept im Umfang von über vier Millionen Euro Kosten vorgelegt hatte. Seine Fraktion sei es gewesen, die dann mit Hilfe des Hechinger Architekten Max Schetter einen zweiten, deutlich preisgünstigeren Entwurf auf den Tisch legte. Schülzle gab sich überzeugt: "Aus diesem Vorschlag wurden viele gute Ideen in den jetzigen Plan übernommen". Und fügte hinzu: "Schade, dass ein anderes Architektenbüro zum Zuge gekommen ist, nachdem so viel Vorarbeit geleistet wurde."

Bei dem Architektenbüro, das "zum Zuge kommt", handelt es sich um das Büro Haller aus Albstadt, das bereits die Bauleitung bei der Trigema-Arena inne hatte.

Eine Diskussion über grundsätzliche Fragen entbrannte nicht mehr. Es ging gestern Abend allenfalls um Details, etwa darum, ob im obersten Stockwerk Behindertentoiletten vorhanden sein müssen. Im Übrigen behielt sich der Gemeinderat vor, in Einzelentscheidungen gehört zu werden. Weiter wurde die Verwaltung gebeten, sich regelmäßig mit den "Spezialisten" zu beraten, gemeint waren Vereinsvertreter und -sprecher, die aus jahrelanger praktischer Erfahrung am besten wissen, was in einer Halle wie beschaffen sein muss.

Weitere Nachfragen betrafen den "Bauzeitplan". Wann beginnt die Sanierung, wann könnte sie fertig sein? Antwort: Mit etwas Glück startet das Vorhaben im Jahr 2013 und ist im Herbst 2014 fertig. In Bezug auf die Baukosten, die in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt sind, forderte Dörte Conradi ein waches Auge zu haben. "Wir brauchen Planungssicherheit, eine Verdopplung der Ausgaben können wir uns nicht leisten."

Alexander Schülzle wollte abschließend wissen, ob denn künftig auch wieder Neujahrsempfänge stattfinden - "wenn wir wieder eine gute Stube haben"?

Bürgermeister Harry Ebert sagte dazu, die Empfänge seien ja gerade deshalb ausgesetzt worden, weil man über keine adäquaten Räume verfügt habe. Ja, nach dem Einzug in die renovierte Halle würden die Bürgertreffen wieder stattfinden: "Das kann ich Ihnen zusagen."

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