Wolfgang Grupps Schlichtungsinitiative muss warten

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Wolfgang Grupp hat sich als Vermittler zwischen dem Burladinger Gemeinderat und Bürgermeister Harry Ebert angeboten. Die Fraktionen wollen jedoch das Ergebnis des von Landrat Günther-Martin Pauli eingeleiteten Disziplinarverfahrens und ihrer eigenen Anfrage bei der Kommunalaufsicht abwarten  Foto: 

Textilunternehmer Wolfgang Grupp hatte sich als Schlichter zwischen dem Burladinger Gemeinderat und Stadtoberhaupt Harry Ebert angeboten, um das tiefe Zerwürfnis, das die beiden spätestens seit Eberts Facebook-­Kommentar endgültig trennt, zu beheben. Wie Stadträtin Dörte Conradi, CDU, gestern auf Nachfrage der HZ sagte, kommt das Gespräch nicht in allernächster Zukunft zustande. Beide Fraktionen wollen zunächst das Ergebnis eines gegen Ebert eingeleiteten Disziplinarverfahrens sowie die Antwort auf eine Anfrage bei der Kommunalaufsicht abwarten.

Das Disziplinarverfahren gegen Ebert wurde von Landrat Günther-Martin Pauli angestrengt, die Anfrage haben die Fraktionen auf den Weg gebracht. Die Kommunalaufsicht soll offiziell feststellen, ob der Umgang des Bürgermeisters mit dem Gemeinderat den „Gepflogenheiten entspricht“, heißt, ob Ebert das Gremium mit seinen Facebook-Äußerungen beleidigt hat. Außerdem, ob Ebert der Stadt mit diesen Äußerungen Schaden zugefügt hat.

Es sei, so Conradi, nicht sinnvoll, innerhalb der laufenden Verfahren, die sich Wochen oder auch Monate hinziehen können, ein Gespräch über die künftige Zusammenarbeit zu führen. Das würden beide Fraktionen so sehen und das habe man auch Wolfgang Grupp mitgeteilt. Der sagte in einem Interview gegenüber der dpa: „Ich muss mich danach richten.“ Ein kurzfristig anberaumter Termin wäre ihm jedoch lieber gewesen.

Enorm erhöht hat sich der politische Druck auf Harry Ebert seit dem Wochenende durch die Ankündigung des Investors Kaspar Pfister. Der Benevit-Geschäftsführer droht damit, das fünf Millionen teure Bauvorhaben Ärztehaus zurückzuziehen, wenn er im Laufe der weiteren Ereignisse zu der Überzeugung gelangt, dass Burladingen infolge von Eberts Äußerungen den Ruf einer AfD-Hochburg nicht mehr los wird. Am Freitag sagte Pfister, das sei mit dem Prestige und der weltoffenen Firmenphilosophie seiner Unternehmensgruppe unvereinbar. In den Augen der Fraktionen würde ein Rückzieher Pfisters entwicklungspolitisch eine Katastrophe für die Stadt darstellten.

Sowohl Dörte Conradi wie auch Alexander Schülzle, Freie Wähler, erklärten, man wolle unbedingt an der Zusammenarbeit mit Benevit festhalten und alles tun, um das Ärztehaus, das den Kern der künftigen Stadtentwicklung bilden soll, zu retten.

Ganz Burladingen rätselt, wie es weitergeht. Leistet Harry Ebert der Aufforderung des CDU-Stadrates Ottmar Kuster Folge, macht reinen Tisch und tritt zurück? Das wäre das Signal, dass rechtspopulistische Parolen in Burladingen keine lange Überlebenschance haben. Oder entschuldigt sich Ebert zumindest in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 16. Februar, für die Ausdrucksweise in seinem inzwischen gelöschten Facebook-Kommentar? Oder zieht die Eiszeit ins Rathaus ein?

Februar – ist der Tag, an dem der Burladinger Gemeinderat wieder zusammentritt. Auf den Nägeln brennt auch die Frage: Wie geht es mit dem Projekt Ärztehaus weiter?

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