Fürs Linsenfest reicht die Ernte

Zu viel Regen ist der Feind der meisten Nutzpflanzen. Besonders gilt das aber für die Linse. Die Anbauer, darunter die Bio-Pfisters, hats in diesem Jahr übel erwischt. Für das bevorstehende Linsenfest reichts aber.

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Martin (links) und Wolfgang Pfister betrachten zufrieden die Früchte ihrer Ernte. Allerdings stammt die Aufnahme vom Vorjahr. In diesem Sommer machten die beiden, was Linsen anging, keine ganz so überzeugten Gesichter.  Foto: 

Allenthalben klagten die Landwirte im August über zu viel Nässe, die Getreideernte war bedroht, die zufriedenstellenden Mengen auf den Feldern standen in Gefahr, rapide und immer schneller an Qualität zu verlieren. So kam es denn auch. Jedoch nicht überall. "Wir hier oben auf der Alb, die etwas später mit dem Dreschen dran sind, wir sind mit einem blauen Auge davongekommen", meint Bio-Bauer Martin Pfister. Klar, der Ertrag musste künstlich getrocknet werden, aber im Großen und im Ganzen dürfe man zufrieden sein.

Von seinen Linsen kann Pfister das nicht behaupten. Die Lens culinaris ist extrem anfällig, wenn es um Nässe geht. 120 Tonnen wollte der inzwischen in Killer angesiedelte Bio-Betrieb einfahren, 40 Tonnen sind es geworden. Ärgerlich dabei ist, dass man gerade auf den eigenen Äckern die größten Ausfälle hatte. Man habe, erklärt Pfister dazu, zunächst bei den Vertragspartnern in der Region gedroschen und sei dadurch zeitlich und von der Witterung her auf den eigenen Flächen ins Hintertreffen geraten.

Bekanntlich war es Martins Bruder Wolfgang Pfister, der im vergangenen Jahrzehnt die ersten Versuche machte, die seit dem Krieg auf der Alb ausgestorbene Linse im Raum Burladingen wieder anzubauen. Dabei musste er manchen Rückschlag hinnehmen, mit der Zeit haben er und seine Brüder jedoch auch viele Erfahrungen gesammelt, etwa was die Aussaat angeht, die sie über einen Zeitraum von zwei Monaten ausdehnen. Oder in Bezug auf die Ernte: Messer nicht direkt über dem Boden ansetzen, langsam fahren, heißt hier das Gebot. Genützt hat dieses Know-how in diesem Jahr nichts, es war halt einfach zu nass!

Dass die Ernte auf der Ostalb, wo die allerersten Versuche der Wiederkultivierung der Linse stattfanden, dem Hörensagen nach noch viel schlechter war, tröstet die Pfisters keineswegs. Tröstlich ist allein, dass die vorhandenen 40 Tonnen Hülsenfrüchte von bester Qualität sind und ausreichen, der nötigsten Nachfrage bis ins kommende Jahr hinein gerecht zu werden. Außerdem ist genug da, um das Linsenfest ausrichten zu können, das am kommenden Sonntag im und vor dem Hofladen der Bio-Pfisters auf dem ehemaligen Mauri-Areal in Killer gefeiert wird - mit Saitenwürsten, Wildschweinbraten und Spätzle.

Auch wenn dieses Jahr einen Rückschlag darstellte und sich das Unternehmen Bio Pfister längst mit weiteren Produkten, etwa Ölen, einen Namen gemacht hat - lassen wollen die Brüder vom Linsenanbau nicht. Nächstes Jahr gibt es ein neues Spiel - und dann hoffentlich ein besseres Glück.

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