Für Radfahrer ein Traum

Burladingen will Tourismus-Region werden. Selbst im Killertal trifft man neuerdings auf Urlauber. Die HZ machte die Probe aufs Exempel: Was zieht Leute aus Rosenheim auf die Alb? Was gefällt ihnen, was nicht?

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Eigentlich hatten sie gar nicht auf die Schwäbische Alb kommen wollen, Günther Vogl und seine Frau Eva-Maria, sondern nach einem Feriendomizil im Allgäu oder im Schwarzwald gesucht. Dann aber hat sie das viele Schwarz nach Burladingen gebracht. "Wenn man den Autoatlas für Süddeutschland aufschlägt, dann wimmelt es für die Gegend hier nur so von aufrechten und umgekippten Fähnchen, deshalb sind wir hier", sagt der Endfünziger lachend. Die Fähnchen kennzeichnen Burgen, Schlösser und Ruinen - und deren Vorhandensein ist eines der größeren Auswahlkriterien für die Wahl des Urlaubsortes der Vogls.

Seit sieben Jahren machen die beiden nur Urlaub in Deutschland und haben schon manches gesehen vom Land. Auf der Alb waren sie aber bisher noch nie gewesen. Aber jetzt sind sie begeistert. Gleich zwei Wochen haben sie ihre Ferienwohnung im Killertal gemietet, obschon zuerst nur eine Woche Urlaub geplant war: "weil es hier so viel zum Anschauen gibt". In Bayern, wo die beiden her kommen, gibt es eine Jahreskarte, die dem Besitzer die Möglichkeit gibt, preisgünstig alle privaten Schlösser und Burgen zu besichtigen. Dieses Angebot haben sie hier nicht gefunden, was sie etwas bedauern. Trotzdem haben sie in den ersten zehn Tagen schon so ziemlich jede Burg und jedes Schloss im Umkreis von 50 Kilometern besichtigt. "Oder wir machen das noch bis zum Ende der Woche."

Neben den Schlossbesuchen verbringen die Touristen viel Zeit im Sattel. Für Biker, die gerne Höhenmeter fressen, so schwärmt Günther Vogl, ist die Gegend um Burladingen traumhaft: Endlose Forstwege, die immer den Berg hoch führen, verleiten zu langen Ausfahrten. "Das ist ja ergiebig, sehr schön und sehr ruhig", schwärmt Vogl. Man könne gut abschalten: "Die Möglichkeiten sind hier schier grenzenlos."

Er bedauert lediglich, dass die Beschilderung der Wege für Ortsfremde ziemlich unlogisch und auch unvollständig sei, und er würde sich wünschen, dass Routen vom Anfang an bis zum Ende einheitlich beschildert sind. "Man fühlt sich wohler, wenn man weiß, ich komme wieder heim."

Vogl und seine Frau wollen wieder kommen. "Man wird ja bei zwei Wochen nicht fertig, ich könnte mich hier bis Oktober mit Besichtigungen, Wandern und Biken beschäftigen und dann gleich zum Langlauf bleiben."

Was die Urlauber gestört hat? Nun ja, die Gegend sei ziemlich schmutzig, finden sie, der Müll an den Straßen und in den Gassen stört. "Sieht das denn der jeweilige Bürgermeister oder Ortsvorsteher nicht?" fragt sich Vogl. Besonders negativ aufgefallen ist ihnen da Tübingen, während Albstadt als Ausnahme ein dickes Plus in Sachen Straßenreinigung bekommt.

Gar "indiskutabel" ist aus Sicht der Bayern die Gastronomie in der Gegend. Noch haben sie für sich keine Gaststube gefunden, in der das Ambiente gemütlich, das Essen gut und ausreichend und dann auch noch bezahlbar sei. "Das sind hier ja brutalst überzogene Preise fürs Essen und auch fürs Trinken", urteilt Günther Vogl. Noch nicht mal in ihrer Heimat nahe dem Chiemsee, wo man ja vermuten könne, dass Touristen ordentlich zu Kasse gebeten werden, finde man solche Preise.

Wenn die Rosenheimer also wieder auf die Alb kommen, werden sie eine gute Fleischpfanne und eine "Brotzeit" für unterwegs mitnehmen. Nette Bänke dafür haben sie auf ihren Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad über die Alb nämlich reichlich gesehen.

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