Förderverein Seniorenzentrum blickt auf 25 Jahre zurück

Alles, was Rang und Namen hat in der Geschichte der Seniorenbetreuung in Burladingen, hatte sich am Sonntag eingefunden, um mit dem Förderverein zusammen die 25 Jahre Vereinsbestehen zu feiern.

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Der Vorsitzende des Fördervereins Seniorenzentrum Burladingen, Friedemann Mutschler, erhält von Bürgermeister Harry Ebert (rechts) die Erinnerungsmedaille der Stadt Burladingen in Gold.  Foto: 

Quantitativ ist die Versorgung von Senioren in Burladingen quasi von null auf 100 (Pflegeplätze) gestiegen, seit der Förderverein erstmals den Bau eines Seniorenzentrums anstrebte. Und qualitativ entsprach die Entwicklung einer Kurve von null auf "unbezahlbar", war man sich beim Jubiläumsempfang am Sonntag im Pfarrsaal einig.

Vor über 25 Jahren, am 7. November 1990, fand die konstituierende Sitzung des Fördervereins statt. Doch dass es schon lange davor Bemühungen gab, in Burladingen ein Seniorenheim zu bauen, machte der Vorsitzende Friedemann Mutschler in seiner Ansprache deutlich. 1985 gab es erste Anregungen, über ein Altenheim nachzudenken, und im September 1990 war im Pfarrsaal Gründungsversammlung, zu der etwa 150 Bürger kamen.

Begonnen hat die "Bürgerbewegung", so blickte Mutschler zurück, mit der Feststellung, dass Burladinger Senioren im Pflegefall gezwungen sind, ihren Heimatort zu verlassen. Heute gibt es in der Stadt zwei Pflegeheime, die insgesamt fast hundert Plätze anbieten. Nach der Einweihung des ersten Heims hätte sich der Förderverein auflösen können, das Ziel war erreicht: Der Verein hatte mit 400 000 DM Spende als Anschubfinanzierung den Bau ermöglicht. Doch Mutschler machte deutlich, dass es eine sehr gute Entscheidung gewesen war, den Verein nicht aufzulösen, sondern stattdessen die Zielsetzung zu ändern. Von nun an war es Aufgabe des Vereins, die Lebensqualität der Bewohner der Einrichtungen zu verbessern.

Dass bei der Erreichung dieses Ziels die ganze Stadt mitarbeitet, wurden die Festredner nicht müde zu betonen. "Ich kenne keinen Standort auf der Welt, der sich so eingebracht hat", lobte Kaspar Pfister, Geschäftsführer der Benevit- Gruppe, das bürgerliche Engagement der Burladinger. So galt der Dank aller unter anderem den Kindergärten, die regelmäßig Besuche machen, den Vereinen, die die Senioren immer wieder in ihre Aktivitäten einbeziehen und in den Heimen Veranstaltungen machen, den Kirchen mit der Sozialstation, der Ärzteschaft und den Schulen.

"Die Kooperation mit der Verbundschule ist eine tolle Sache", sagte Mutschler und bedankte sich beim Rektor Michael Linzner. Und auch die Jugendmusikschule bringt sich ein: "Das absolute Highlight ist der Ensatz von Geragogik", so der Vorsitzende. Alte Menschen werden an besonderen Instrumenten angeleitet. "Dies finanzieren wir in erheblichen Umfang mit", machte Mutschler klar.

"Sie tun einen urchristlichen Dienst", lobte der Hausherr, Pfarrer Konrad Bueb, der auch im Namen des ebenfalls anwesenden evangelischen Pfarrers Christoph Dinkelacker ein Grußwort sprach, alle Beteiligten.

Margot Buck, die das Haus St. Georg leitet, brachte es auf den Punkt: "Fördern heißt, Bedingungen zu schaffen, in denen Menschen sich wohlfühlen können." Und dank der Unterstützung des Fördervereins könne man solche Momente anbieten, beispielsweise wenn die Senioren Ausflüge machen oder Konzerte besuchen.

"Wir brauchen uns in Burladingen nicht zu verstecken", so auch der Bürgermeister. Dank der "Gnade der späten Geburt", wandte sich Harry Ebert an Altbürgermeister Peter Höhnle, habe er das erste Seniorenzentrum eröffnen dürfen. Doch nun drohe mit dem Ärztemangel auf dem Land neues Ungemach. Um so wichtiger sei die Schaffung des Ärztehauses. Dem Verein verlieh der Bürgermeister die Erinnerungsmedaille der Stadt in Gold.

Seit 15 Jahren macht sich Karla Fischl verdient um die Bewohner in St. Georg, weswegen sie von Friedemann Mutschler geehrt wurde.

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