Elefant als Wiederholungstäter

Just der Zirkus-Elefant, der am Samstag im Odenwald einen Spaziergänger tötete, hat 2012 in Burladingen einem zwölfjährigen Buben den Kiefer gebrochen. Darauf wies die Tierrechtsorganisation Peta hin.

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Die Begegnung mit Elefant "Baby" birgt Gefahren. In Burladingen verletzte sie 2012 einen Jungen schwer.  Foto: 

Der tragische Fall hat am Wochenende die Nachrichten im Land beherrscht: Der ausgebrochene Zirkus-Elefant "Baby", auch "Benjamin" genannt, hat in Buchen im Odenwald einen 65-jährigen Spaziergänger getötet. Nach Polizeiangaben hat die 34-jährige Elefantenkuh ihre Stoßzähne eingesetzt, als sie am Samstagmorgen auf den Spaziergänger losging und ihn tötete.

Dass bei der Berichterstattung über den Vorfall in den Medien immer wieder der Name Burladingen auftauchte, hat mit einem Vorfall vor drei Jahren zu tun, der glücklicherweise nicht ganz so tragisch ausging. Während eines Gastspiels des "Circus Luna" auf dem Festplatz der Fehlastadt im Oktober 2012 hatte just derselbe verhaltensauffällige Dickhäuter einem zwölfjährigen Burladinger Buben mit einem Rüsselschlag den Kiefer gebrochen. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte damals den Unfall öffentlich gemacht, die HZ hatte darüber berichtet. Nach Angaben von Peta hatte der Junge die Tierschau besucht, als ihn Elefant "Baby" mit dem Rüssel im Gesicht traf. Peta erinnerte anlässlich des Unglücks von Buchen an das Burladinger Geschehen und an weitere, noch länger zurückliegende Zwischenfälle mit demselben Elefanten: Schon 2010 hatte "Baby" in Leutkirch einen 24-jährigen Mann und seinen neun Monate alten Sohn schwer verletzt. Der Vater habe eine Niere verloren und sei im Koma gelegen, der Sohn einen Oberschenkelbruch erlitten.

Die These der Tierschützer angesichts dieser unheilvollen Serie: Das Unglück von Buchen sei absehbar gewesen. Seit Jahren warne Peta schon vor diesem Elefanten. Er weise wegen der nicht artgerechten und qualvollen Haltung im Zirkus schwere Verhaltensstörungen auf.

Peta hatte sich nach eigenen Angaben wegen der Gefährlichkeit des Dickhäuters bereits an das Innenministerium, das Umweltministerium, die Regierungspräsidien und an zahlreiche Veterinärbehörden im Land gewandt mit der Aufforderung, den Elefanten aus dem Zirkus zu nehmen - ohne Erfolg.

Die Polizei hat dem Südwestrundfunk am Wochenende bestätigt, dass es in der Vergangenheit Vorfälle gegeben habe, die für den Zirkus jedoch ohne Folgen geblieben seien. Auch im Falle des durch den Rüsselschlag verletzten Burladinger Jungen war - wie die Polizei damals der HZ sagte - festgestellt worden, dass der Elefant hinter einem Elektozaun sicher untergebracht gewesen sei. Die Polizei wollte nicht ausschließen, dass der Junge durch den Zaun gegriffen haben könnte, um das Tier zu streicheln.

Es musste offenkundig einen Toten geben, um "Babys" Zirkusschicksal zu beenden. Jetzt soll die Elefantendame in einem Tierpark ein neues, hoffentlich artgerechteres Zuhause finden.

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