Ein starkes Stück Burladingen

Gestern auf den Tag genau vor 150 Jahren wurde die Turngemeinde Burladingen gegründet. Der heutige TSV zeigte sich traditionsbewusst und feierte den Geburtstag mit prominenten Gratulanten.

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  • René Mall (r.), Präsidiumsmitglied des Schwäbischen Turnerbundes, überreichte TSV-Chef Hans-Ignaz Dieter den Jahn-Schild für 150 Jahre Mitgliedschaft im STB. 1/4
    René Mall (r.), Präsidiumsmitglied des Schwäbischen Turnerbundes, überreichte TSV-Chef Hans-Ignaz Dieter den Jahn-Schild für 150 Jahre Mitgliedschaft im STB.
  • Klaus Tappeser (links), Präsident des Württembergischen Landessportbundes, überraschte Hans-Ignaz Dieter mit einem Scheck. Fotos: Hardy Kromer 2/4
    Klaus Tappeser (links), Präsident des Württembergischen Landessportbundes, überraschte Hans-Ignaz Dieter mit einem Scheck. Fotos: Hardy Kromer
  • Prominente Gratulanten (v. l.): Bürgermeister Harry Ebert und die Landtagsabgeordneten Andreas Glück, Klaus Käppeler und Karl-Wilhelm Röhm. 3/4
    Prominente Gratulanten (v. l.): Bürgermeister Harry Ebert und die Landtagsabgeordneten Andreas Glück, Klaus Käppeler und Karl-Wilhelm Röhm.
  • Zahlreiche altgediente Kämpen des TSV Burladingen saßen bei der gestrigen Geburtstagsfeier im Publikum. 4/4
    Zahlreiche altgediente Kämpen des TSV Burladingen saßen bei der gestrigen Geburtstagsfeier im Publikum.
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TSV-Chef Hans-Ignaz Dieter erinnerte gestern Abend beim Festakt in der Grundschulaula an den 20. September 1863, als sich sportbegeisterte Burladinger Bürger trafen, um den ersten Vorstand der Turngemeinde Burladingen zu wählen. Der TSV, so Dieter, feiere seinen 150. Geburtstag ganz bewusst an diesem Tag mit Freude, Dankbarkeit und Stolz. Schließlich sei der TSV ungeachtet seiner langen Geschichte stets jung geblieben und heute mit rund 1000 Mitgliedern in elf Abteilungen der größte Verein der Stadt.

Erster Gratulant war Bürgermeister Harry Ebert, der dem TSV die Erinnerungsmedaille der Stadt Burladingen in Gold überreichte. Er dankte den TSV-Verantwortlichen dafür, dass sie den Bau der Trigema-Arena und die Sanierung der Stadthalle "konstruktiv begleitet" haben. Und Ebert nährte die Hoffnung, dass der TSV am Ende seines 151. Jahres die Einweihung der neuen Stadthalle mitfeiern könne.

Alle drei Landtagsabgeordneten des Wahlkreises traten ans Rednerpult, um dem Jubiläumsverein ihre Reverenz zu erweisen. Karl-Wilhelm Röhm (CDU) lobte besonders die Festschrift mit Wendelin Acker auf dem Titelblatt. Der kugelstoßende Senior sei ein Symbol dafür, "dass es sich lohnt, ein Leben lang Sport zu treiben".

Klaus Käppeler zog naheliegende Parallelen: 1863 sei auch das Jahr, in dem die älteste Partei Deutschlands gegründet wurde: die SPD. Ob es da wohl Verbindungen zum TSV gebe? Käppeler gab die Antwort selbst: "Wenn ich mir die SPD-Wahlergebnisse in Burladingen anschaue, wohl eher nicht." Käppeler würdigte die Arbeit der Ehrenamtlichen und wünschte sich, "dass von den astronomischen Summen, die im Spitzenfußball fließen, etwas mehr im Breitensport ankäme" - bei Vereinen wie dem TSV.

Andreas Glück (FDP) führte dem Publikum plastisch vor Augen, was 150 Jahre bedeuten: "1863 - da tobte der Wilde Westen, und da gabs schon den TSV. Chapeau, das ist was Besonderes!"

René Mall, Präsidiumsmitglied des Schwäbischen Turnerbundes (STB), rief das (verregnete) Gaukinder- und Gauturnfest Anfang Juni in Erinnerung und stellte fest: "Wir wissen, dass der TSV feiern kann." (Hans-Ignaz Dieter konterte: "Wir können auch trocken.") Mall überreichte dem TSV-Chef den Jahn-Schild für 150 Jahre Mitgliedschaft im STB und Gutscheine für Übungsleiter-Fortbildungen.

Einen Scheck im Gepäck hatte Hendrik Rohm. Der Vorsitzende des Sportkreises Zollernalb gratulierte namens der 300 Sportvereine und der 38 Sportverbände im Landkreis.

Die Glückwünsche der Burladinger Vereine übermittelte Wolfgang Schroft. Den Dank für die gute Zusammenarbeit unterstrich er, indem er Ignaz Dieter einen Gutschein für die Anschaffung eines Speeres überreichte.

Eine motivierende Festrede hielt Klaus Tappeser, der Präsident des Württembergischen Landessportbundes. So wie die Mitte des 19. Jahrhunderts entstehenden Turnvereine das Lebensgefühl der sich herausbildenden Bürgergesellschaft verkörpert hätten, so seien die Sportvereine auch heute noch Garanten derselben. Sie stünden für Gemeinschaftssinn und seien ein Gegenentwurf zu dem Trend zur Individualisierung und zum Konsumdenken.

Tappeser appellierte: "Unsere Vereine dürfen kein Auslaufmodell sein!" Speziell für die Sportvereine sei es lebenswichtig, sich in die Ganztagesbetreuung an den Schulen einzuklinken. "Sonst schaffen sie den Zugang zu jungen Leuten nicht mehr." Und Aufgabe der Politik sei es, Sorge zu tragen, dass Ehrenamt weiterhin Spaß mache. Dem TSV hatte Tappeser ein Geldgeschenk mitgebracht.

ZITAT DES TAGES

Frisch, fromm, fröhlich, frei - das ist das heute

das Gegenprogramm zu

Freizeit, Fernsehen,

Faulheit und Facebook.

Klaus Tappeser

Der Präsident des Württembergischen Landessportbundes rettet das alte Turnermotto in die Gegenwart.

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