Ein Pläuschchen bei Nadelgeklapper

Stricken ist einfach? Von wegen! Aber es ist Konzentration, Meditation und Geselligkeit. Zu den Stricktreffen der Landfrauen im Burladinger Bahnhof kommen einmal im Monat über 20 Frauen.

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    Eine Idee für Ostern: ein gehäkelter Eierwärmer. Fotos: Judith Midinet Foto: 
  • Konzentriert wird bei den Stricknachmittagen der Landfrauen im Burlandiger Bahnhof gestrickt und gehäkelt. 2/4
    Konzentriert wird bei den Stricknachmittagen der Landfrauen im Burlandiger Bahnhof gestrickt und gehäkelt. Foto: 
  • Marlies Freudemann (links) hilft, wenn es mal nicht weiter geht. 3/4
    Marlies Freudemann (links) hilft, wenn es mal nicht weiter geht. Foto: 
  • Zeit für einen Plausch ist auch drin. 4/4
    Zeit für einen Plausch ist auch drin. Foto: 
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Schwupp, schon wieder ist eine Masche runtergefallen. Um mich herum plaudern die Frauen, die Nadeln bewegen sich rasant, nur bei mir will das alles noch nicht so gelingen: Meine Finger wissen nicht wohin, die Stricknadeln lassen sich nicht biegen und die Wolle bleibt eh nicht dort, wo sie sein soll. "Ich muss mal wieder nach meiner Strickliesel schauen", sagt meine Nebensitzerin Agathe Thomann. Gott sei Dank! Ohne sie wäre ich aufgeschmissen. Normalerweise fliegen meine Finger über die Computertastatur, mit dem Stricken haben sie es wohl nicht so.

"Nur die Profis stricken blind", beruhigt mich Agathe Thomann. Das kann also wohl noch was werden mit mir. "Da muss man sich schon konzentrieren", pflichtet ihr Elisabeth Klumpner bei. Beide nehmen seit zwei Jahren an den Stricknachmittagen der Landfrauen im Bahnhof teil, sind selbst im Verein. Gestrickt wird für die Enkel oder auch neueste Trends für den Frühling. Nebenher bleibt Zeit, um sich auszutauschen über dies und das - und natürlich übers Stricken.

Die Idee zu den Stricknachmittagen hatten die Landfrauen Marlies Freudemann und Annette Riehle vor drei Jahren. "Die Frauen kannten sich gar nicht und da haben wir ein Kaffeekränzle veranstaltet", erzählt Annette Riehle. Danach war klar: "Wir treffen uns wieder, aber nächstes Mal wird gestrickt." Seither kommen die Frauen einmal im Monat im Winter zum Stricken zusammen. Zwischen 20 und 30 Strickerinnen sind es immer. Es gibt Kaffee und Kuchen. Jede bringt was mit oder wirft etwas ins "Kässle". Auch wer nicht stricken kann, ist willkommen. Marlies Freudemann bringt Ideen und Muster mit. Sie hilft, wenn eine nicht weiß, wie sie weiter stricken soll.

"Eine weiß immer, wie es geht", sagt Elisabeth Pfister, die über ihre Mutter zu dem Nachmittag gekommen ist. Sie häkelt an einem Schultertuch. "Das hat etwas Meditatives. Der Kopf wird leer", sagt sie. Es hat sich rumgesprochen, dass die Nachmittage im Bahnhof nett sind. Es kommen nicht nur Frauen aus Burladingen, sondern auch aus Bisingen, Rangendingen, Schlatt und Erpfingen. Eine Frau aus der Sonnenbühl-Gemeinde erzählt, dass sie nach einem Schlaganfall mit dem Häkeln ihre Motorik trainiert. "Stricken geht nicht mehr", erzählt sie, "aber Häkeln und Nähen muss sein." Es ist ihr Training, um fit zu bleiben, damit sie auch weiterhin selbständig in ihrem Haus leben kann.

Die Ohren gespitzt höre ich gespannt, was die Frauen alles erzählen und vergesse fast mein Strickzeug. Aber Lehrerin Agathe Thomann schaut genau hin. "Wird doch was", beruhigt sie mich und erzählt: "Früher habe ich auch nicht gern gestrickt, aber mit der Ruhe und den Enkeln habe ich wieder angefangen."

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