Ein Markt mit Potenzial

Der Gemischte Chor Starzeln hatte am Samstag rund ums Rathaus einen Flohmarkt organisiert, der zur festen Einrichtung werden könnte.

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Nur wenige Tage ist es her, dass man große Schirme noch als Sonnen- und nicht als Regenschutz brauchte - Szene vom Starzelner Flohmarkt. Foto: Marquardt

"Viel Afrika", stöhnte der Vorsitzende des Gemischten Chors Starzeln, Hans Gosolitsch, am Samstag und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Tatsächlich herrschten am Tag vor dem Sturm im Killertal tropische Temperaturen. Die 22 Marktbeschicker, die dem Aufruf des Vereins gefolgt waren, kamen ganz schön ins Schwitzen. Leider jedoch weniger wegen des Besucherandrangs, der sich - vermutlich wegen der Hitze - in Grenzen gehalten hatte, was ausgesprochen schade war. Der Markt, der da aufgebaut war, hatte nämlich tatsächlich Charme. Typische Flohmarktartikel, aber auch viele Raritäten für Sammler und Kenner, Bücher, Drucke, Maschinen, Keramik und Küchennostalgie, Klamotten, Haushaltsgeräte und von den jüngsten Händlern Spielzeug harrte der Feilscher und Käufer. Eine feste Institution in Sachen "alt und gebraucht" in Starzeln ist schon länger Claudis Flohkiste. Die Halle ist zweimal in der Woche geöffnet.

Unter der Linde hatte Rainer Meier seine alten Mopeds abgestellt. Der Berufsschullehrer und Hobbyschrauber aus dem Rems-Murr-Kreis und Bruder des Chormitglieds Gert Meier erklärte Tüftlern und Bastlern, woran es liegen könnte, wenn sie ihre Zweiradrarität nicht zum Laufen bekommen. Gegenüber hatte sich einer der rund 60000 Amateurfunker Deutschlands, Helmut Ulbricht aus Hechingen, stationiert. Seine Funktechnik und mitgebrachte Informationsbroschüren sollten Lust machen auf das ausgefallene Hobby, über den Äther mit Menschen aus aller Welt ins Gespräch zu kommen.

Schattig war es im "Mohren", wo die Ausstellung der Puppenstuben und Gemälde zu besuchen waren. Schattig hatten es auch jene Interessierten, die am Nachmittag im Rathaus dem Vortrag des Ortsvorstehers Wolfgang Meyer über die mittelalterlichen Pilgerwege in Süddeutschland lauschten.

Dass viele Menschen am Samstag lieber ins Freibad statt ans Starzelufer gekommen waren, bedeutet nicht, dass man den Versuch "Flohmarkt Starzeln" bei den Sängern nun ad acta legt. Vielmer hoffen die Chormitglieder, dass sich herumspricht, dass der Markt Potential hat und im nächsten Jahr nicht nur das Trinken und Essen richtig gut läuft, sondern auch zahlreiche Beschicker viele Antiquitäten, Kitsch und Kunst an den Mann und die Frau bringen.

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