Ein Lichtblick im Zwingerleben

Was wäre die Polarhunde-Auffangstation auf dem Gauselfinger Hasleberg ohne die Gassigeher, welche die Tiere regelmäßig ausführen? Wir haben eine Familie aus Gauselfingen mit ihren Schützlingen begleitet.

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Yvonne, Udo und Nathalie Maruhn aus Gauselfingen sind regelmäßig für die Hunde da. Eigene würden sie sich nicht anschaffen.  Foto: 

Im Häuschen für die Betreuer duftet es nach Kaffee, jemand hat selbst gemachte Muffins mitgebracht. Noch ist an diesem Sonntagmorgen nicht viel los in der warmen Stube auf dem Hasle, die Kaffeetrinker sind alle noch unterwegs. Nur die zwölfjährige Nicole aus Onstmettingen spielt mit einem Welpen. Ihre Mutter ist unterwegs, jetzt passt Nicole auf, dass der Jungspund nicht den alten, großen, brummeligen Malamuten ärgert, der gerade von seiner Sonntagsrunde zurückgebracht wurde und sich nun aufwärmen darf, eher er wieder in seinen Zwinger muss.

Yvonne, Udo und Nathalie Maruhn aus Gauselfingen kommen vier bis fünf Mal in der Woche, um mit "ihren" Hunden spazieren zu gehen. Die Familie ist schon seit gut eineinhalb Jahren als "Gassigeher" für die Polarhundestation aktiv. In dieser Zeit waren die drei die Abwechslung und der Lichtblick des Tages für sehr viele Hunde. Nathalie hat in Amtsblatt gelesen, dass "Gassigeher" gesucht würden und hat sich bei Satu Kemiläinen gemeldet, die beim Verein angestellt ist.

Wer regelmäßig kommt, kriegt immer die selben Hunde, berichtet Udo Marhun. Satu Kemiläinen ordnet die jeweiligen Tiere den Menschen zu, so dass Kondition, Sympathie und Temperament für beide passen. Bei Luka, der dunklen Husty-Mischlingshündin, die an diesem Sonntagmorgen von Nathalie an die Leine genommen wird, weiß man, dass sie in Griechenland schwer verletzt auf der Straße gefunden wurde. Sie hatte eine Familie in Deutschland, die aber mit dem agilen Jungtier nicht zurecht kam. Jetzt sorgt Familie Maruhn dafür, dass das Tier etwas mehr ausgelastet ist.

Mehrfach in der Woche gehen die Maruhns mit ihrem Rudel, zu dem auch Aros und Yucon gehören. Mindestens eine Stunde, aber in der Regel eher mehr, erzählt Yvonne Maruhn, seien sie auf Tour. Die drei freuen sich auch mächtig, als ihre Menschen kommen. Sie wissen, dass es jetzt raus aus dem Zwinger geht.

Familie Mauhn nimmt die Hunde manchmal auch auf Ausflüge mit, damit sie etwa lernen, Auto zu fahren. "Die Gassigeher leisten tolle Arbeit, sie bereiten die Hunde auch auf ein Leben in der Familie vor", lobt Kemiläinen.

Doch tut es den Spazierengehermenschen nicht weh, wenn die Hunde dann vermittelt werden? Doch, manchmal schmerzt es schon, so nicken die Maruhns. Man baue doch eine enge Verbindung zu den Tieren auf. Aber letztlich siegt die Freude, die Hunde aus dem Zwinger heraus und in einer guten Familie zu wissen. Und manche der Adopitveltern schicken auch Berichte und Fotos oder Besuchen die Auffangstation. So bleiben die Gassigeher auf dem Laufenden über ihre Schützlinge, und manchmal gibt es ein Wiedersehen. Einen eigenen Hund wollen sich die Hundebetreuer nicht anschaffen. Man sei dann doch mehr gebunden, als man das möchte, so die Aussage. Außerdem würde man dann die anderen Gassigeher, die aus Hechingen, Burladingen, Neufra und sonstwo herkommen, nicht mehr treffen.

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