Ein fast perfekter Friedhof

Unmerklich hat sich der Hausener Friedhof verändert. Nachgerade schön ist er geworden. Die Mittelachse durch den Friedhof, also der Hauptweg, harrt allerdings noch der Sanierung. Sie soll 2016 kommen.

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Wenn einem etwas gut schmeckt oder gut gefällt, dann sagt man heutzutage launig: "Da könnte ich reinliegen!". Was die Beurteilung des Hausener Friedhofes angeht, dürfte dieser Entzückens-Ausruf sicher einer gewissen Zurückhaltung unterliegen. Aber schön ist er schon geworden. Zwei Jahre stetiges Polieren gehen an einem verwitterten Stein eben nicht unbemerkt vorbei.

So wurde 2014 zunächst die obere Hälfte des unteren, nicht mehr genutzten, Bereiches saniert, 2015 dann die restliche Hälfte. Gepflegt bietet sich die Fläche nun dar, in rot und grün, mit Steinen und Rasen geschmackvoll arrangiert, dazwischen sieht man Grabsteine flach aus dem Boden heraus schauen, sie zeugen gewissermaßen von der Vergangenheit des Feldes.

Auch das Kriegerdenkmal des Sportvereins ist - dank der Mithilfe von Bürgern und des Gartenbauvereins - wieder hergerichtet, zudem wurde die Leichenhalle in jüngster Vergangenheit frisch gestrichen. Nicht zuletzt hat der Salmendinger Künstler Berthold "Bea" Maier das Portal, den Sturz über dem Eingang der Halle, mit einer Sonne bemalt. Hell strahlt das Gestirn vom blauem Himmel herab. "Lux perpetua luceat eis" - möchte man da sagen.

Da bemerkt der Betrachter eigentlich kaum noch, dass der Hauptweg durch den Friedhof, mit seinen kniehohen Mauern marode ist. Man kann es aber auch gerade umgekehrt sehen: Alles so wunderbar hergerichtet, aber Weg und Mauern bröckeln. Wie sieht denn das bitteschön aus?

Der Hausener Ortschaftsrat jedenfalls will diesen einstweilen letzten Sanierungsfall auf dem Gottesacker aus der Welt schaffen, im kommenden Jahr soll die Sache angegangen werden, Mittel für den Haushalt 2016 sind bereits beantragt. "Damit wären wir auf dem Friedhof fertig", sagt Ortsvorsteher Erwin Staiger in der berechtigten Hoffnung, dass der Stadtrat die Gelder denn auch bewilligt. Rund 22 000 Euro werden die drei Bauabschnitte abschließend gekostet haben, schätzt der Ortsvorsteher, weist aber darauf hin, dass vieles innerhalb der Verwaltung verrechnet wurde, sprich, der Bauhof beziehungsweise der Fronmeister geleistet haben. Und nicht zu vergessen haben wiederum Bürger beim Aktionstag, als es ans Streichen der Leichenhalle ging, beim Aufstellen des Baugerüstes Hand angelegt.

Eigentümlich erscheint die Größe des Friedhofes. Beinahe muss man die Gräber in dem weitläufigen Gelände "suchen". Was sich die Altvorderen wohl dachten, als sie die Ruhestätte in der Größe ausgewiesen haben? Die Fläche wurde wohl gebraucht. Hausen zählte in Spitzenzeiten um die 1200 Einwohner, zudem waren die Ruhezeiten auf den Friedhöfen damals bei weitem länger, gibt Erwin Staiger zu bedenken. Die Erklärung leuchtet ein.

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