Ebert rudert zurück: Bekenntnis zum Benevit-Ärztehaus

Die Debatte über das Burladinger Ärztehaus soll beendet werden. Das fordern Bürgermeister Ebert, seine Stellvertreter und die Vorsitzenden beider Gemeinderatsfraktionen in einer gemeinsamen Erklärung.

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Hier, zwischen Bahnhofstraße und Rathaus-Rückgebäude, soll das Benevit-Ärzte- und Pflegehaus im kommenden Jahr gebaut werden.  Foto: 

Auf diese Botschaft dürfte vor allem Kaspar Pfister, Geschäftsführer der Mössinger Benevit-Gruppe und Burladinger Ärztehaus-Investor, lange gewartet haben. In einer gemeinsamen Stellungnahme, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, bekennen sich Bürgermeister Harry Ebert, seine Stellvertreter Klaus Ritt (CDU) und Rosi Steinberg (Freie Wähler) sowie die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, Dörte Conradi (CDU) und Alexander Schülzle (Freie Wähler) klar zu dem vor vier Wochen vorgestellten Ärzte- und Pflegehaus-Projekt von Benevit, genannt "Zentrum am Rathausplatz".

Das Quintett fordert, die Diskussionen der vergangenen Wochen zu beenden, und verpflichtet sich zu einer erfolgreichen Umsetzung des Projektes. Bürgermeister Ebert rudert zurück und rückt von der Formulierung ab, es handle sich mit Blick auf die medizinische Versorgung "um eine Minimallösung". Außerdem schafft die Rathausspitze die Mär aus der Welt, dass in dem Haus kein Platz für Fachärzte sei.

Hier die gemeinsame Stellungnahme im Wortlaut: "Die Unterzeichner wünschen ein Ende der teilweise mit negativem Unterton besetzten Diskussionen.

Der Bürgermeister, seine Stellvertreter und die Fraktionsvorsitzenden stellen klar, dass das jetzt von Kaspar Pfister projektierte Ärztehaus in Kombination mit zusätzlichen pflegerischen Angeboten sowie altersgerechten Wohnungen vom Gemeinderat einstimmig befürwortet wurde.

Alle Beteiligten sind erleichtert darüber, dass die jahrelange Diskussion um das Thema nunmehr zu einer Lösung geführt hat, die das Angebot für ältere und pflegebedürftige Menschen in Burladingen optimiert, und darüber hinaus die ärztliche Versorgung in der Stadt für die Zukunft sichergestellt werden kann.

Aktuell sind auf rund 730 Quadratmetern bis zu sechs Arztpraxen geplant, auch für interessierte Fachärzte. Es besteht eine Erweiterungsmöglichkeit, sofern weiterer Bedarf vorhanden ist. Inklusive der Einrichtungen für ältere und pflegebedürftige Menschen ist das jetzige Vorhaben von Herrn Pfister um ein Drittel größer als das bisher verfolgte Projekt der Stadt. Von der Formulierung, dass es sich in Bezug auf die medizinische Versorgung ,um eine Minimallösung' handelt, rückt Bürgermeister Harry Ebert ab. Diese Formulierung fiel in einem Vergleich mit den Planungen der vergangenen Jahre und konnte zugegebenermaßen missverstanden werden.

Das Zentrum am Rathausplatz ist eine einmalige Chance und wird, zusammen mit der Neugestaltung der Stadtmitte, zu einer Steigerung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in Burladingen und einer Belebung des Stadtkerns führen. Alle Mitglieder des Gemeinderates werden gemeinsam mit Herrn Pfister an einer erfolgreichen Umsetzung des Projektes arbeiten."

Wie mehrfach berichtet, war gleich nach dem nicht öffentlich gefassten, einstimmigen Gemeinderatsbeschluss für das Projekt am 22. Juli und der öffentlichen Projektvorstellung am 24. Juli eine kritische Diskussion über das neue Ärztehaus-Konzept entflammt. Auslöser waren die Bemerkungen von Bürgermeister Ebert, es handle sich mit Blick auf die Arztpraxen "um eine Minimallösung", und Facharztpraxen seien nicht vorgesehen.

Daraufhin hatten sich auch die Burladinger Ärzte Dr. Armin Schweitzer ("ein fauler Kompromiss") und Dr. Ulrike Abt kritisch geäußert und ihren bislang fest geplanten Einzug in ein neues Ärztehaus in Frage gestellt. Und schließlich hatte Freie-Wähler-Gemeinderat Alexander Schülzle vor Wochenfrist die Debatte befeuert, in dem er in einem Leserbrief das neue Konzept ein erreichtes "Teilziel" nannte und laut darüber nachdachte, "in räumlicher Nähe vielleicht noch ausbauen" zu müssen.

Klar und unmissverständlich für das Benevit-Projekt Position bezogen hatten dagegen die CDU-Fraktion und die Freie-Wähler-Räte Rosi Steinberg und Karl-Moritz-Kraus.

Mit der gestrigen Erklärung haben sich die kommunalpolitischen Köpfe der Stadt mit vier Wochen Verspätung zu einer gemeinsamen Linie durchgerungen.

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