Der Kreativität freien Lauf

"Man wird eins mit seinem Stamm. Es gibt nur noch dich und dein Werk", schwärmte Susanne Simon, Teilnehmerin der jüngsten Sommerkunstwoche.

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Simon war eine von 18 Teilnehmern, die eine Woche lang beim Workshop Holzbildhauerei im Mariaberger Park ans Werk gingen. Mit viel Schweiß, Ausdauer und Leidenschaft arbeiteten sie aus Bäumen des angrenzenden Waldes Reliefs oder Vollplastiken heraus.

Der Kurs "Holzbildhauerei" wurde in diesem Jahr erstmalig bei der dritten Mariaberger Sommerkunstwoche angeboten. Dort arbeiteten 95 angehende und erprobte Künstler unter professioneller Anleitung in acht Workshops mit den unterschiedlichsten Materialien. Alle Dozenten sind seit Abschluss ihrer Kunststudien als freischaffende Künstler oder Dozenten tätig. Ihr Wissen gaben sie nun im Rahmen der Workshops weiter. Zum Schluss wurden die Werke im Rahmen einer Vernissage präsentiert.

Auch der Inklusions-Ansatz - das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung - war Bestandteil des einwöchigen Kunstevents. Seite an Seite widmeten sich beide Gruppen dem künstlerischen Schaffensprozess und bauten nebenbei Grenzen und Berührungsängste ab.

So erfuhren etwa die Teilnehmer des Kurses "Land Art" bei Barbara Karsch-Chaïeb, wie aus Erd- oder Gestein-Pigmenten Farben hergestellt werden. "Wir malten schließlich Bilder mit zehn verschiedenen Farben, deren Pigmente alle aus Mariaberg stammten", erklärte Barbara Karsch-Chaïeb.

Auch bei Wanderungen durch den angrenzenden Wald ließen die Teilnehmer ihrer Kreativität freien Lauf. So entstanden im experimentellen Umgang mit der Natur zahlreiche Kunstwerke aus Ästen, Blättern, Rinden und Gräsern.

Ein vielfältiges Rahmenprogramm, das aus Vorträgen der Workshopleiter, Filmvorführungen, einem Licht-Klang-Konzert und einem Grillfest bestand, rundete die Sommerkunstwoche ab.

Dass die Veranstaltung auch im nächsten Jahr mit hochkarätigen Workshops in bewährter Manier stattfinden soll, steht für die beiden Mariaberger Organisatoren Axel Klöss-Fleischmann und Winfried Maulbetsch außer Frage.

"Nach dem Kurs ist vor dem Kurs", sagen sie. Die Planungen für das nächste Jahr sind schon angelaufen.

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