Johann Neser ist der König des Brieftaubensports

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Johann Neser beschäftigt sich seit Kindertagen mit der Taubenzucht und dem Brieftauben-Reisesport. Die Faszination, dass die Tiere teils über Hunderte von Kilometern den Weg nach Hause finden, hat ihn bis heute nicht verlassen.  Foto: 

Schon in seinen Kindertagen begeisterte sich der Ringinger Metzger Johann Neser für den Brieftaubensport. Fast nicht mehr aufzuzählen sind die vielen Preise und Auszeichnungen die er im Laufe der Jahre mit seinen Tieren errungen hat (die HZ berichtete regelmäßig).

Jüngst wurde er von der Zeitschrift „Die Brieftaube“ zum Jahresmeister der deutschen Züchter gekürt. Einer der ganz großen Erfolge der vergangenen Monate war außerdem der Sieg in der Bundesliga D Staffel 26. Zudem erhielt er für seine Jungtauben wegen der besten Flugergebnissen die höchst mögliche Medaille.

International bekannt

Kein Wunder, dass der Ringinger als erfolgreicher Brieftaubenzüchter weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist. Viele Kollegen fragen laufend  an, ob sie von ihm Brieftauben kaufen können. Solchen Wünschen kommt der 67-Jährige allerdings eher selten nach.

Andererseits hat er einmal gesagt, jemandem, der mit dem „Reisesport“ anfangen wolle, würde er ein paar seiner besten Vögel gratis überlassen – damit der Sport, der in vergangenen Jahren viele Mitglieder verloren hat, nicht gänzlich ausstirbt. Mangelndes Interesse wegen zu großem Zeitaufwand, aber auch verschärfte Vorschriften machen das Hobby zunehmend schwieriger.

Worin Nesers Erfolg begründet liegt? Da ist zum einen das rein züchterische Wissen, der Rest, sagt der Rininger, sei ganz einfach: Gutes Futter, sich intensiv um die Tiere zu kümmern und möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Dann würden sich die Vögel wohl fühlen und kämen gerne und schnell nach Hause zurück.

Dennoch sei es natürlich an jedem Reisetag spannend und sitze man auf Kohlen, bis die Tiere am Horizont erscheinen und endlich in den Schlag schlüpfen – oder auch nicht. Es kommt vor, dass ein Tier eine Superzeit fliegt, aber dann irgendwo auf dem Hausdach sitzenbleibt. Die Stoppuhr tickt derweil weiter, der Besitzer wird fast wahnsinnig.

Aktuelle Auszeichnungen

Kürzlich fand bei der Reisevereinigung Albstadt-Heuberg, der Neser angehört, ein Ehrungsabend statt. Dabei ging wiederum eine Vielzahl von Preisen an den 67-Jährigen.

Das ,schlechteste’ Ergebnis, das der Metzger einfuhr, war ein 2. Platz bei den Jungtauben.  Hier holte er mit fünf Tauben 22 Preise. Doch erhielt er die Auszeichnung für den besten Täuberich der Reisevereinigung. Hier standen bei zwölf Einsätzen zwölf Preise auf dem Papier. Die gesamte Flugleistung des Männchens aus dem Neserschlag betrug dabei 3881 Kilometer. Ähnliches gelang ihm bei den jährigen Weibchen. Hier kam er auf zehn Preise bei 2962 Kilometer. Weiter holte sich Neser den Titel des 1. General-Meisters der Vereinigung, was besagt, dass er der beste Züchter seines Clubs ist. Mit acht Tauben holte er 56 Preise bei einer Flugleistung von 15 700 Kilometer. Außerdem schaffte er noch folgende 1. Plätze: Vereinsmeister mit fünf Tauben: 52 Preise,  16 450 Kilometer; Vereinsmeister der jährigen Tauben mit drei Tauben: 28 Preise, 8248 Kilometer; Vereinsmeister Weibchen, Meister mit drei Tauben: 30 Preise, 9167 Kilometer; Mittelstreckenmeister mit fünf Tauben: 24 Preise, 6735 Kilometer.

Ans Aufhören denkt der Ringinger aber noch lange nicht. Auch an den Flugtagen des kommenden Jahres will er wieder teilnehmen.

Tauben gurren und flattern im Schlag des Zuchtexperten Johann Neser. Natürlich verlangen die Tiere viel Zeit und Pflege. Dafür belohnen sie ihren Besitzer mit Siegen.

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