Das Tafelmobil rollt wieder in die Stadt

Seit Januar kam das Tafelmobil nicht mehr nach Burladingen. Der Grund: Wirtschaftlicher Totalschaden des Wagens und Personalmangel.

|
Blick ins ausgediente Tafelmobil. Der Nachfolger ist im Anmarsch.

Bedenklich aber wahr: Auch in Burladingen sind zahlreiche Bürger darauf angewiesen, verbilligte Lebensmittel kaufen zu können. Darunter ältere Menschen, deren Rente nicht ausreicht oder solche, die unverschuldet in die Arbeitslosigkeit geraten sind.

Einen eigenen Tafelladen wie Hechingen besitzt die Stadt nicht. Doch wurde Burladingen bisher regelmäßig von einem Tafelmobil angesteuert. Betreiber und Träger dieses Mobils ist der DRK-Ortsverein Sigmaringen.

Seit Jahresbeginn kam das Mobil nicht mehr. Grund war ein Motorenschaden. Bürgermeister Harry Ebert und Friedemann Mutschler, Vorsitzender der Antonie-und-Apollonia-Scheu-Stiftung, boten daraufhin Unterstützung an. Mutschler stellte 1000 Euro in Aussicht; der Schultes versprach ebenfalls eine Finanzspritze und bot überdies an, sich mit seinen Bürgermeister-Kollegen der anderen "Standortgemeinden" in Verbindung zu setzen, um sie zu bewegen, ihrerseits eine Summe für die Reparatur zu geben. (Weitere Standortgemeinden, die von der Tafel profitieren, sind unter anderem Neufra und Messkirch.)

Uwe Müller, fest angestellter Mitarbeiter des DRK, der für das Mobil verantwortlich ist, nahm diese Hilfe jedoch nicht an. Wie er gleich anfangs befürchtete, seien die Kosten "zu hoch". Später stellte sich tatsächlich heraus, dass der Motor nicht mehr reparabel ist: Wirtschaftlicher Totalschaden.

Hinzu kam, so war Müller gestern zu verstehen, Personalknappheit. Tafelmobile werden von ehrenamtlichen Helfern beladen, gefahren und betreut. Enorm viel Arbeit, die viele Kräfte erfordert - über die man nicht jederzeit verfügt. Es sei auch von daher in vergangenen Monaten nicht möglich gewesen, die Linie wieder aufzunehmen.

Inzwischen scheint sich die Situation entspannt zu haben. Es stehen Helfer zur Verfügung, ein Fahrzeug besitzt man ebenfalls. Es handelt sich um einen Kühlwagen, der schon seit dem vergangenen Winter Teil des Sigmaringer Fahrzeugparks ist. Ab sofort, kündigte Müller an, erscheint das Tafelmobil wieder an jedem Montag in Burladingen, wiederum am Standort Jahnstraße, Nähe Kindergarten. Es werden sämtliche Grundnahrungsmittel zu haben sein: Obst, Wurst, Molkereiprodukte, Gemüse ...

Für alle Zeiten geregelt scheint die Versorgung damit jedoch nicht. Wie der DRK-Mann andeutete, sind zahlreiche Faktoren ständig neu zu kalkulieren, darunter natürlich vor allem die Kosten. Von der Notwendigkeit des Mobils in Burladingen ist er absolut überzeugt. Der Bedarf, bestätigt er, sei vorhanden. Und viele Menschen, die auf die verbilligten Waren angewiesen sind, hätten auch zu wenig Geld, um mit dem eigenen Auto oder per Taxi auf Tafelläden der Umgebung ausweichen zu können.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Michael Knaus ist neuer Leitender Pfarrer in Hechingen

Der 42-jährige gebürtige Ebinger übernimmt im Februar 2018 sein neues Amt in der Seelsorgeeinheit St. Luzius und die Verantwortung für 8800 Katholiken. weiter lesen