Das Fehla-Rätsel ist gelöst

Großes Rätselraten über ein Mysterium: Wohin ist die Fehla verschwunden? Wie das Umweltamt jetzt mitteilte, sind zulässige Grundwasserentnahmen die Ursache. Hauptverantwortlich ist aber die Dürre.

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Wie eine herbstliche Allee sieht die Fehla stellenweise noch immer aus. Fachleute wundern sich, dass überhaupt noch Wasser vorhanden ist.  Foto: 

Auf scheinbar rätselhafte Weise verschwand in der vergangenen Woche auf einer Länge von etwa 500 Metern das Fehlawasser zwischen Gauselfingen und Burladingen. Vom Wasserwerk bis zur Kläranlage lag der Bach knochentrocken, 300 Forellen und Mühlkoppen verendeten kläglich.

Das verursachte blankes Entsetzen bei der Sportfischergemeinschaft Gauselfingen. Sie hegt und pflegt das Gewässer mit seinen Uferrändern und Lebewesen seit Jahrzehnten in einer Bachpatenschaft. Verdachtsmomente, das Wasser könne quasi abgesaugt worden sein, waren schnell zur Hand, laut aussprechen wollte die Vermutungen aber niemand, bevor nicht Klarheit herrscht. Daneben kursierten Theorien, der Bach könnte in eine der zahlreichen Höhlen unter der Alb gerutscht sein - oder in eine Doline gestürzt, in eine Kluft, die sich unterirdisch urplötzlich aufgetan hat.

Das Rätsel scheint nun gelöst. Zumindest geht das Umweltamt im Landratsamt davon aus, dass der Bach aus drei Gründen verschwunden ist: erstens durch Wasserentnahmen des Zweckverbandes Wasserversorgung Hohenzollern, zweitens durch eine baubedingte Grundwasserabsenkung seitens der Kläranlage. Das Ganze ist dann - drittens - vor dem Hintergrund der enormen Trockenheit in diesem Jahr zu sehen. In allen Fließgewässern des Zollernalbkreises verzeichne man derzeit Niedrigwasserstände, merkt das Landratsamt an.

Auf Anfrage der HZ bestätigte Wolfgang Schmid, der technische Leiter der Wasserversorgung Hohenzollern, die Aussage in Bezug auf den Zweckverband. Wie er erläuterte, liegen in dem fraglichen Gebiet an der Fehla Entnahmestellen, die für die Trinkwasserversorgung von jeher genutzt werden - und genutzt werden müssen. Als die Rechte für die Entnahme vor langer Zeit vergeben wurden, habe niemand eine derartige Trockenheit, wie sie nun eingetreten ist, voraussehen können. Durch die aktuellen Entnahmen und die Dürre sei der Grundwasserspiegel im betreffenden Bereich gefallen - und die Fehla mit ihm. Wie Schmid annimmt, floss der Bach in einer tieferen Schicht unterirdisch weiter und ist dann weiter abwärts eben wieder zutage getreten. Ihn wundert im Gegenteil, dass inzwischen ein Teil des Wassers zurückgekehrt ist. Seine Prognose lautet sogar, dass die Fehla, wenn es nicht bald lange und tüchtig regnet, ganz verschwindet - zumindest bis zur Kläranlage, die geklärtes Wasser in den Bachlauf einspeist. Schmid stellt aber klar: Die Wasserwerke haben kein Wasser aus der Fehla abgepumpt.

Auch der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner bestätigte die Diagnose des Landratsamtes. Der Grundwasserspiegel wurde bewusst gesenkt, um ein Klärbecken sanieren zu können. Eine Genehmigung des Landratsamtes habe vorgelegen. Es sei wohl selbst für Fachleute nicht abzusehen gewesen, dass sich - wieder vor dem Hintergrund der Trockenheit - die Absenkung so gravierend auswirken würde. Womöglich sah man die Dürre sogar als Vorteil, weil dadurch weniger Wasser abgepumpt werden musste, als man das in anderen Jahren hätte tun müsse, um auf trockenem Grund arbeiten zu können.

Die Gauselfinger Sportfischergemeinschaft, sagt Berthold Wiesner sei bisher noch nicht in offizieller Form auf ihn zugetreten. Ebenso sei auch innerhalb der Verwaltung noch nichts besprochen worden. Aber, meinte er zuversichtlich, man werde sich mit den Fischerverein sicher auf irgend eine Art der Hilfe einigen können, um den entstandenen Schaden wieder gut zu machen.

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