Auftritt der Stadtkapellen ist ganz großes Kino

Wenn's vorher eine Option war, dann ist der Besuch des Burladinger Kreismusikfestes nach diesem Abend ein Muss. Der Auftritt der Stadtkapellen Burladingen und Tailfingen war ganz großes Kino.

|
Vorherige Inhalte
  • Wolfgang Bastian als Sherlock Holmes (links) und Wolfgang Kuster als Dr. Watson: Das Detektiv-Duo sagte die Burladinger Stadtkapelle höchst vergnüglich an. 1/3
    Wolfgang Bastian als Sherlock Holmes (links) und Wolfgang Kuster als Dr. Watson: Das Detektiv-Duo sagte die Burladinger Stadtkapelle höchst vergnüglich an. Foto: 
  • In Bestform: "St. Thomas" Wunder und sein Orchester. Fotos: Matthias Badura 2/3
    In Bestform: "St. Thomas" Wunder und sein Orchester. Fotos: Matthias Badura Foto: 
  • Vertreter des Blasmusik-Kreisverbandes und der Stadt Burladingen in erster Reihe. 3/3
    Vertreter des Blasmusik-Kreisverbandes und der Stadt Burladingen in erster Reihe. Foto: 
Nächste Inhalte

Warum spielt die Stadtkapelle Tailfingen in Burladingen? Weil die Stadtkapelle Burladingen vor nicht allzu langer Zeit in Tailfingen gespielt hat. Ein Gegenbesuch also. Und keineswegs dem Umstand geschuldet, dass die Gäste einen voll bepackten Geschenkkorb mitgebracht hatten.

Und warum findet das 38. Kreismusikfest, das sich mit diesem Festkonzert ankündigte, zum dritten Mal innerhalb weniger Jahre in Burladingen statt? Weil, wie Bürgermeister Harry Ebert, der an diesem Abend allerdings offiziell durch den Beigeordneten Berthold Wiesner vertreten wurde, einmal so richtig bemerkt hatte, "weil Burladingen das halt einfach kann" - nämlich Kreismusikfest machen. Damit waren diese beiden Fragen beantwortet.

Dass es die Stadtkapelle wirklich versteht, ein solches Fest zu begehen, bewies der Auftakt. Zu dem freilich die Tailfinger Gäste das Ihre beitrugen. Gelungener Einstieg sogleich mit "Curtain up" von Alfred Reed, einem bunten Stück, das mondäne Broadway-Atmosphäre in den voll besetzten Stadthallen-Saal zauberte. In die Stimmung und vom Thema her passte dazu nach einem ersten begeisterten Applaus "Theatre Music" von Philip Sparke. Wieder vermittelte sich dem Publikum das Gefühl, irgendwo an einer bedeutenden Bühne ganz nah dran zu sein. Na, man war's ja auch!

"Shirim" (Piet Swerts) hieß das nachfolgende Arrangement von Klezmer-Stücken, -Klängen und -Melodien. Nun ein anderes Lebensgefühl: orientalisch-swingend, exotisch, geheimnisvoll. Wobei Dirigent Markus Koch an der einen oder anderen Stelle das Orchester hätte ein wenig mehr von der Leine lassen dürfen. Aber vielleicht war gerade das der Trick seiner Interpretation. Nach den "Sea Songs" kehrte die Tailfinger Kapelle mit "There is no Business like Show Business" nochmals an den Broadway zurück. Irving Berlins Musicalstück mag ein Klassiker und Selbstläufer sein - aber so muss man ihn erst einmal spielen können. Nochmals riss das Orchester das Publikum mit, um sich anschließend beim Graf-Zeppelin-Marsch gebührend feiern zu lassen.

Wahrhaft großes Kino. Ja, Kino. Denn mit dem Auftritt der Burladinger Stadtkapelle gab's auch etwas zu gucken auf der Bühne. Und zu lachen. Wolfgang Kuster und Wolfgang Bastian moderierten das weitere Programm als Detektiv-Duo, wobei Bastian einen nicht ganz so klugen Sherlock Holmes gab und Kuster einen Dr. Watson, der ständig die kombinatorischen Irrtümer seines Meisters korrigieren musste. Nein, "St. Thomas" hat nichts damit zu tun, dass Stadtmusikdirektor Thomas Wunder zwischenzeitlich heilig gesprochen wurde - auch wenn er an diesem Abend wahrhaft erleuchtet dirigierte. "St. Thomas" war einer der Titel, welche die Stadtkapelle spielte (Sonny Rollins). Ebenso wie "Washington Post" nichts mit amerikanischer Gepäckbeförderung zu tun hat, sondern den Namen eines weiteren Stadtkapellen-Stückes darstellte. Aber Watson klärte, wie gesagt, jedes Mal, sehr zur Freude des Publikums, seinen Partner geduldig auf. Apropos Presse: Die HZ wurde von Mister Holmes nicht nur eindeutig, sondern geradezu schamlos offen ("zwinker, zwinker") aufgefordert, "etwas Schönes" über ihn zu schreiben. Ob sie das tut? Also gut! Wenn, dann aber auch über seinen Kompagnon: hervorragend gemacht, alle beide.

Um die Leistung der Stadtkapelle zu loben brauchte es indes keine weitere Einladung. Die spielte an dem Abend göttlich. Herausgehoben seien das ryhthmisch abenteuerlich-feurige "St. Thomas" und "The Sunken Village", ein in Töne gesetztes Zusammenbrauen von Unheil, durchsetzt von einer Fröhlichkeit, die einen frösteln lässt. Ein Wahnsinns-Stück. Und genauso gespielt.

Kreismusikfest vom 8. bis zum 10. Juli in Burladingen mit Wertungsspiel, Umzug und Zeltspektakel - du bist nach diesem Abend im Terminkalender gesetzt!

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Amtsarzt hält Bachmann für dienstunfähig

Landrat Günther-Martin Pauli hat jetzt ein Verfahren eröffnet, um die Hechinger Bürgermeisterin Dorothea Bachmann vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. weiter lesen