"burladinger maler" sind in der ganzen Stadt präsent

Der Sitzungssaal des Burladinger Rathauses bot gestern Morgen nicht einmal mehr einen Stehplatz. Rund 130 Besucher wollten sich das gewohnt heitere Eröffnungsspektakel der Maler nicht entgehen lassen.

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Witzig bis irrwitzig war sie wieder - die Eröffnung der Jahresausstellung der "burladinger maler" im Rathaus. Wolfgang Kuster (links) und Vorsitzender Wolfgang Bastian (rechts) arbeiteten sich an Gedichten von Robert Gernhardt ab. Foto: Tanja Marquardt

"Das sind nicht die Azoren, das sind die Anden!" - beschwerte sich Bürgermeister Harry Ebert über die mangelhaften Geographiekenntnisse von Wolfgang Bastian. Der Vorsitzende der "burladinger maler" sollte einen Limerick illustrieren: "Ein Baby auf den Azoren, ward ganz ohne Nase geboren" und verwechselte die Insel mit zwei Bergen.

"Bildende Dichtkunst" war als Motto für die 35. Jahresausstellung der "burladinger maler" ausgegeben worden: "Was soll man dazu denn aufführen, das ist mir ja so schwer gefallen wie nie", so Ebert. Die Maler jedoch hatten sich für die Vernissage am Sonntag ein Vorbild gesucht, das sowohl in der Dichtkunst einmalig, als auch in der Malerei ausgebildet war: Robert Gernhardt.

Wolfgang Kuster hatte mit viel Sympathie den 1935 in Tallinn geborenen und im Jahre 2006 in Frankfurt früh verstorbenen Maler und Dichter vorgestellt und seine Malerkollegen und die Zuschauer mit zu einem "Atelierbesuch" genommen: "Danke. Achtung! Hier geht"s lang - wir kommen jetzt zum Malvorgang! Links der Maler, rechts das Bild, oder umgekehrt, hier gilt die bekannte Malerregel - nein, Herr Ohff, der malt nicht Kegel, der lasiert grad eine Zwiebel."

"Die Gedichte sind kunstvoller, als sie zunächst erscheinen", so lobte Kuster. Gernhardt würde immer die Gratwanderung zwischen Sinn und Unsinn, zwischen Ernst und Spaß schaffen. Er sei ein kluger, kritischer Gegenwartskünstler. "Ja, da gibts mal was anderes am Sonntagmorgen für den Kopf, nicht bloß das übliche Aspirin", freute sich Bastian über das Staunen der rund 140 Vernissagenbesucher im voll gedrängten Rathaus.

Die konnten bei der Eröffnungsperformance dabei zuschauen, wie die Burladinger Maler Gedichte von Robert Gernhardt mit dem Stift interpretierten.

Neben der bildenden Kunst und der Dichtkunst sorgten Schüler der Jugendmusikschule Burladingen für den musikalischen Teil der schönen Künste: Stefanie Straubinger und Christian Simmendinger am Keyboard und Verena Goebel und Anna Vergari mit den Stimmen.

16 Mitglieder der Burladinger Maler stellen ihre Werke im Rathaus zu den üblichen Rathausöffnungszeiten noch bis zum 20. Dezember aus. Zum "gleich mitnehmen" gab es für die Gäste den neuen Fotoband des passiven Mitglieds Berthold Steinhilber. Der Fotokünstler präsentierte sein neues Buch "Deutschlands Landschaften" , Signierstunde inclusive.

Und auch wer sich nicht die Mühe macht, die Werke der Künstler im Rathaus anzuschauen "entkommt uns nicht", lachte Bastian. Denn seit Samstag gibt es die Schaufenstergalerie. Die Werke sind Teil des HGV- Weihnachtsgewinnspiel.

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