Wolfgang Meyer pilgert zum Planet Wissen

Starzeln.  Während man im Zollernalbkreis die Jakobuswoche begeht, ist Wolfgang Meyer nach Baden-Baden auf den "Planet Wissen" gepilgert.

Wolfgang Meyer, Präsident der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft, hat am Dienstag beim Südwestrundfunk in Baden-Baden Studioluft geschnuppert. Für eine Sendung aus der Reihe "Planet Wissen" wurde er von den Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms über sein Spezialgebiet, die Jakobswege, interviewt.

"Pilger, Hexen und das Meer - Galizien, das andere Spanien" heißt die Sendung, die voraussichtlich am 25. November gesendet werden soll. Wolfgang Meyer, Kulturwissenschaftler und Buchautor ("Jakobswege - Württemberg, Baden, Franken, Schweiz"), bekleidete in diesem Kontext die Expertenrolle für den Pilger-Part. Im Dialog mit den Moderatoren plaudert er über die Faszination des Pilgerns ("Die Welt der Pilger ist eine Gegenwelt zum Alltag, und man hat Begegnungen mit Menschen aus der ganzen Welt"), schwärmt von den schönen Bergen, den grünen Tälern und den offenen Menschen auf den Jakobswegen in Galizien und gibt praktische Tipps für Pilger und alle, die es werden wollen: "Wenn Du es eilig hast, geh langsam." Konkreter gesprochen: "Am ersten und zweiten Tag sollte man höchstens 15 Kilometer täglich laufen. Die meisten fangen zu schnell an und haben dann Blasen an den Füßen, die sie den ganzen Weg quälen." Und: Der Rucksack sollte keinesfalls größer sein als 36 Liter und nicht schwer als sieben Kilogramm. Sonst, so Meyer, werde der Weg zur Qual.

Der Starzelner Ortsvorsteher bekam schließlich auch Gelegenheit, für seinen Lieblingsweg in Süddeutschland zu werben: den Hohenzollerischen Jakobsweg, der an der Frommenhausener Pilgerherberge vorbei das Killertal hinauf nach Burladingen führt.

Und Meyer erzählte, als es um jahrhundertealte Legenden ging, vom Hühnerwunder des heiligen Jakobus: "Der Sohn einer deutschen Pilgerfamilie wird fälschlicherweise eines Diebstahls bezichtigt und gehenkt. Aber der Apostel Santiago (Sankt Jakobus) rettet sein Leben. Der Richter, der das nicht glaubte, sagte: Wenn jener noch lebe, dann auch die vor mir liegenden gebratenen Hühner. Diese Hühner, die gebraten waren, haben Federn bekommen und sind aufgeflogen. Seitdem lebt ein Hühnerpaar in der Kathedrale von Santo Domingo" - und in vielen süddeutschen Kirchen gibt es Darstellungen des Hühnerwunders, unter anderem in Winnenden, Tübingen und Überlingen.

Und so hat Wolfgang Meyer den Bewohnern des Fernseh-Planeten Wissen doch einiges beigebracht.


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Autor: HARDY KROMER | 22.07.2010

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