Wechsel auf hohem Niveau

Burladingen.  Die langjährige Burladinger Volkshochschulleiterin Dr. Brigitte Holzhauer wurde am Mittwoch mit großem Lob aus ihrem Amt verabschiedet. Vorgestellt wurde ihre Nachfolgerin Mechthild Betz.

Alt-Bürgermeister Peter Höhnle hatte die promovierte Kunsthistorikerin vor 32 Jahren mit der Leitung des damaligen "Volksbildungswerkes" betraut. Er war als Brigitte Holzhausers "Wunschgast" mit dabei, als die Killermerin im Kreise von Stadträten, Ortsvorstehern und VHS-Mitarbeitern im Rathaussaal verabschiedet wurde.

Der amtierende Bürgermeister Harry Ebert würdigte die Verdienste der Scheidenden und verstand es in humoriger Art, ihren unnachahmlichen Charakter darzustellen. Freundlich und zuvorkommend im persönlichen Umgang, strikt und energisch jedoch, wenn es um die Belange der Volkshochschule ging. "Frau Doktor widerspricht man nicht!", meinte Ebert schmunzelnd.

Im landesweiten Vergleich, so betonte der Schultes, stehe die Burladinger Volkshochschule hervorragend da. Die Kurse, die Holzhauer anvisierte, seien in 90 Prozent aller Fälle auch zustande gekommen und wurden in großer Zahl nachgefragt. Das habe der Burladinger Bildungsstätte große Anerkennung eingebracht. An der Burladinger Volkshochschule, so Ebert, könne man heute alles lernen - von der Existenzgründung bis zu Hatha-Yoga.

Brigitte Holzhauer bedankte sich bei ihren Dozenten, namentlich bei Ruth Ritter und Otto Klatt, zwei Mitstreitern der ersten Stunde, außerdem bei der Stadtverwaltung, dem Gemeinderat und nicht zuletzt bei der gesamten Bevölkerung. Der Erfolg der VHS, meinte sie bescheiden, habe "viele Väter".

Umrahmt wurde die Feier von Musikschullehrer Hartmut Amann und drei Schüern: Christian Simmendinger (Oboe), Simon Zhu (Geige) und Fabian Speidel (Tuba).

Im Übrigen wurde viel gelacht, etwa, als Bürgermeister Ebert zugab, er habe das Wissen über seine respekteinflößenden lateinischen Zitate nicht in einem VHS-Kurs erworben, sondern einer Seite im Internet entnommen. Suchbegriff: "Latein für Angeber".

Mitgelacht und mitgeklatscht hat Mechthild Betz. Die 46-Jährige tritt die Nachfolge Holzhauers in der pädagogischen Leitung der Volkshochschule an an. Die gebürtige Aalenerin studierte an den Universitäten Köln und Tübingen. Sie war unter anderem ein Jahr als Deutschlehrerin in China tätig und hatte in der Vergangenheit bereits mehrere private und öffentliche Lehraufträge. Das Engagement in Burladingen empfindet sie nach eigenen Worten als Ehre und als Herausforderung: "Das ist ein unglaublich hohes Niveau. Ich möchte das halten, wenn möglich sogar noch ausbauen." Dabei denkt die Nachfolgerin etwa daran, verstärkt "jugendliche" und "soziale" Themen ins Programm einzubauen.

Insgesamt stellte sich die von Dr. Brigitte Holzhauer aufgebaute Bildungsarbeit am Mittwoch als ein Fels in der Brandung dar, unverrückbar, über alle Diskussionen erhaben. Dass dem in Wirklichkeit nicht so ist, zeigt die Tatsache, dass die Struktur der Einrichtung kürzlich reformiert wurde und seit kurzem ein Beirat über die Belange der VHS mitentscheidet. Auch ist die neue Leiterin, anders als ihre Vorgängerin, nur zu 50 Prozent angestellt.

Wie Harry Ebert versicherte, stand eine "Schließung der VHS" gleichwohl nie zur öffentlichen Debatte. Inzwischen gibt es aber sehr wohl Gemeinderäte, die laut darüber nachdenken ob an dieser "Freiwilligkeitsleistung" der Stadt - um eine solche handelt es sich bei der VHS - nicht noch weiteres Sparpotenzial vorhanden ist.


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Autor: SWP | 10.02.2012

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