Viele Glückwünsche für Kuster
Hettingen/Burladingen/Jungingen. Nach dem überwältigenden Bürgermeisterwahlsieg für Dagmar Kuster in Hettingen ist der Tag des Amtsantritts noch offen. Die Gauselfingerin hatte erst einmal eine Flut an Glückwünschen zu sortieren.
"Zum nächstmöglichen Zeitpunkt" sucht die Gemeinde Jungingen eine/n neue/n Hauptamtsleiter/in. Die Amtsinhaberin, Dagmar Kuster, ist Bürgermeister Harry Frick am Sonntagabend abhanden gekommen. Mit nie für möglich gehaltenen 81,9 Prozent ist die 48-jährige Gauselfingerin zur Bürgermeisterin des 1870-Seelenstädtchens Hettingen mit Inneringen gewählt worden (die HZ berichtete). Wann sie ihr Amt antreten wird, ist noch offen. "Da muss ich erst noch Gespräche führen", sagte Dagmar Kuster der HZ gestern am Telefon. "Ich denke, dass wir eine Lösung finden, die für alle Beteiligten in Ordnung ist." Sicherlich drängen die Hettinger, deren Bürgermeistersessel seit dem Tod Uwe Bühlers im vergangenen Oktober vakant ist, auf einen raschen Amtsantritt. Doch Dagmar Kuster ist auch daran gelegen, ihre Angelegenheiten in Jungingen ordentlich zu übergeben. "Da brauche ich schon noch ein paar Wochen", kündigt sie an. "Und jetzt ist ja denn erst einmal Fasnet."
Auch in der Burladinger Kommunalpolitik steht ein Stühlerücken bevor. "Ich werde anstreben, dass ich aus meinen Ämtern ausscheide", bestätigte Dagmar Kuster. "Auch wenn es mir leid tut. Es geht nicht beides." Für die Freien Wähler ist die Gauselfingerin seit 2004 im Gemeinderat, seit 2009 als zweite stellvertretende Bürgermeisterin. Dem Gauselfinger Ortschaftsrat gehört Dagmar Kuster seit fünf Jahren an. Bitter für die Freien Wähler: Kusters Sitz im Gemeinderat dürfte vakant bleiben. Einen Nachrücker aus Gauselfingen gibt es nicht. Erhalten bleibt der Burladinger Kommunalpolitik Andreas Kammerer. Der Hausener Ortsvorsteher musste sich in Hettingen mit 17,7 Prozent der Wählerstimmen begnügen. Der 34-Jährige steckte seine erste Enttäuschung recht schnell weg: "Es war eine schöne und harte Zeit des Wahlkampfes, der durchweg fair verlief. Ich gratuliere Dagmar Kuster und gönne es ihr genauso wie Hettingen", sagte er am Sonntagabend in der Lauchertalhalle, während die Wahlsiegerin eine Flut von Glückwünschen zu bewältigen hatte. Der Sigmaringer Landrat Dirk Gaerte war der erste, der Kuster zu ihrem eindeutigen Sieg gratulierte.
Die Gauselfingerin konnte es zunächst gar nicht fassen. "Ich bin überwältigt und fast sprachlos, was bei Frauen eher selten vorkommt", sagte die neue Bürgermeisterin, als sie sich nach der Verkündigung des Wahlergebnisses durch Wahlleiter Wilfried Liener an die versammelte Bürgerschaft wandte. An diesem Tag habe sie "ein Tal der Gefühle durchschritten" und sei jetzt "nur glücklich". Dass sie an diesem Tag nicht so redselig sei, möge man ihr verzeihen, aber sie freue sich bereits auf tiefere Gespräche in der nächsten Zeit.
Unter der Leitung von Siegbert Eble spielte der Musikverein Het-tingen unter anderem "Zur Feier des Tages". Zu den Gratulanten zählten unter anderem Bürgermeister Holger Jerg aus Gammertingen, der noch sein Fasnetshäs trug, sowie Bürgermeisterin Doris Schröter aus Bad Saulgau samt Familie. Jungingens Bürgermeister Harry Frick stärkte seiner Noch-Mitarbeiterin und Bald-Kollegin den Rücken. Dass sie entsprechende Ambitionen hege, wusste er, doch die Bewerbung in Hettingen kam für ihn dann doch überraschend. Harry Frick erläuterte, man müsse als Bürgermeister "Gerechtigkeitssinn, Urteilsvermögen und die Kraft, ausgleichen zu können", mitbringen.
Gauselfingens Ortsvorsteher Rudi Kanz und sein Stellvertreter Anton Eisele freuten sich für ihr bisheriges Ratsmitglied, welches sie mit Sicherheit nun an Hettingen verloren haben. Rudi Kanz war sich sicher, man werde irgendwann aus Gauselfingen auch noch einen Oberbürgermeister feiern können.
Aus der Fraktion der Freien Wähler überbrachten Alexander Schülzle, Gerhard Lehmann und Wolfgang Glaser ihre Glückwünsche. Auch die neue katholische Gemeindeassistentin Maritta Lieb reihte sich samt Familie in die Schlange der Gratulanten ein. Sie wohnt bekanntlich im neuen Wirkungsort von Dagmar Kuster. Aus Hettingen fanden sich außerdem die Burghexen, Feuerwehrleute sowie zahlreiche Bürger und Gemeinderäte ein.
Da keine Wahlparty vorbereitet worden war, lud Dagmar Kuster kurzerhand alle zu einem Getränk in den Lokalen ein. Eine Flasche Champagner köpfte Ehemann Wolfgang Kuster noch vor Ort und schenkte an die Umstehenden aus. Auch mit Andreas Kammerer stießdie Siegerin auf den Abend an.
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Autor: HARDY KROMER VERA BENDER | 07.02.2012
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Gemeinderatskollegen reihten sich in die Schar der Gratulanten ein: Alexander Schülzle, Walter Glaser und Gerhard Lehmann (von links). Im Hintergrund Anton Eisele aus Gauselfingen. Fotos: Vera Bender
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