Schmidt hält Verträge für jägerfreundlich

Die Burladinger Jäger haben gegen die Jagdpachtverträge der Stadt Protest angekündigt. Forstdirektor Hermann Schmidt versteht die Aufregung nicht.

MATTHIAS BADURA | 1 Meinung

Die jagdbaren Flächen der Stadt Burladingen sollen in den kommenden Verträgen auf zwölf Jahre hinaus verpachtet werden, außerdem wird darin die Weißtanne als "Hauptbaumart" unter besonderen Schutz gestellt. Wer nicht scharf bejagt und somit nicht dem Verbiss durch Rehe vorbeugt, muss mit Konsequenzen rechnen, heißt, der muss die Schäden bezahlen.

Das erzürnt die Burladinger Jägerschaft. Am Donnerstag besteht für sie die Möglichkeit, ihre Ansichten und ihren Protest dem Gemeinderat vorzutragen. Dass das "Fass" aber nochmals "aufgemacht wird", bezweifelt Forstdirektor Hermann Schmidt. Die Verträge seien als Entwurf bereits vom Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung am 28. Januar festgezurrt worden. Für ihn kaum vorstellbar, dass man die Verhandlungen nochmals aufrollt. Wie der Forstmann es sieht, bestehe auch gar kein Grund dazu.

Dass die Pachtzeit über zwölf Jahre läuft, sei bis vor Kurzem üblich gewesen. Andernorts würden Jäger und Verbände dafür kämpfen, diese Pachtdauer zu erhalten. Wobei, muss man hinzufügen, die Jäger hier vor allem darüber klagen, dass sie selber vertraglich kaum eine Möglichkeit zur kurzfristigen Kündigung haben, während es der Stadt verhältnismäßig leicht gemacht werde, sich vom Pächter zu trennen. Vom "Knebelvertrag" war die Rede.

Was wiederum den Weißtannenschutz betrifft, ist die Meinung des Forstdirektors bekannt. Er fordert von jeher die Einhaltung der Abschusszahlen zum Schutz der Bäume, die typisch für die Alb sind. Ihr Erhalt, das hat er immer wieder vorgetragen, sei ökologisch und finanziell "sinnvoll". Freilich, räumt Schmidt ein, erfordere die Erfüllung der Abschusszahlen ein Stück weit Mühe und Können.

Insgesamt hält es Schmidt für legitim, dass die Stadt Bedingungen stellt. Es sei schließlich ihr Wald und ihr Vermögen, das sie namens der Bürger verwaltet. Ein Vermieter schaue sich ja auch an, wen er in seine Wohnung lasse. Und er stelle genauso Mietbedingungen, die den Werterhalt seines Eigentums garantieren.

Andernorts, winkt Schmidt mit dem Zaunpfahl, habe man die Regiejagd eingeführt. Dort gibt es Begehungsscheine für beliebige Interessenten auf Zeit. Ist man mit dem Jäger zufrieden, kann verlängert werden, andernfalls nicht. Objektiv betrachtet hält Schmidt das für die effektivere Kontrolle. Andererseits müsse das nicht sein. In zahlreichen Gebieten Burladingens funktioniere der Schutz der Weißtanne schon jetzt.

Im Übrigen, fügt Schmidt hinzu, seien die Schadensregelungen, etwa bei Felderverwüstung durch Wildschweine, moderat gehalten und zugunsten der Jäger "abgepuffert". Andernorts würden die Waidmänner weitaus empfindlicher zur Kasse gebeten.

Aus diesen Gründen hält er die Verträge nicht nur für akzeptabel, sondern sogar für pächterfreundlich. Die Jäger, oder Teile der Jägerschaft, sehen es freilich anders.

1 Kommentar

26.02.2016 15:45 Uhr

Schmidt hält Verträge für jägerfreundlich

Andernorts, z.B. in Mönchweiler sind die Begeherscheine inzwischen kostenlos.
Die Zeit ist nicht fern , dass die Dienstleistung Jagd nur noch gegen Bezahlung
erbracht werden wird. Ein Gedanke an den sich die Jagdgenossen und Förster
noch gewöhnen werden.

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