Killer will das Pumpspeicherbecken

Killer.  Der Killermer Ortschaftsrat könnte sich ein Pumpspeicherkraftwerk im Killertal durchaus vorstellen - gekoppelt mit dem Hochwasserschutz.

Auf völliges Unverständniss ist am Mittwochabend im Killermer Ortschaftsrat die Aussage von Ignuk-Chef Roland Bosch gestoßen, dass ein Pumpspeicherkraftwerk einn "Gau" für das Killertal darstellen würde. "Ich habe zwei Tage überlegt, ob ich nicht einen Leserbrief schreibe", sagte Ortsvorsteher Josef Pfister, der im Montag in der HZ von der Ignuk-Kritik an entsprechenden Plänen des Regionalverbandes gelesen hatte.

Die Atomenergie wolle man nicht, die Windräder wolle man nicht, aber andere Wege zur Energiegewinnung würde man auch ablehnen, empörte sich Pfister. Er selbst könnte sich hingegen das Talbecken eines Pumpspeicherkraftwerkes im Killertal durchaus denken. Wenn man schon Hochwasserschutzbecken baue - und an deren Notwendigkeit ließ der Ortsvorsteher keinen Zweifel, schließlich wohne man ein einem Bach, der regelmäßig Hochwasser verursache -, dann könne man diese doch statt der wenigen Tage, an denen die Überlauf- und Auffangbecken für den Hochwasserschutz gebraucht würden, gleich als Speicherbecken nutzen, die technische Machbarkeit vorausgesetzt: "Wenn ich so ein Becken habe, dann kann ich es doch gleich noch nutzen für das Kraftwerk".

Zustimmung erfuhr der Ortsvorsteher von seinen Ratskollegen: "Ich teile die Meinung der Ignuk nicht", pflichtete Josef Kästle bei.

Neben der Energiespeicherung böte ein Pumpspeicherkraftwerk auch touristischen Nutzen, argumentierte Pfister: Angeln, spazieren gehen, wandern entlang des oberen Beckens, das das Landschaftsbild vom Tal aus - anders als ein Windrad - noch nicht mal stören würde. "Bevor man zu allem gleich Nein sagt, sollte man doch zuerst einmal darüber diskutieren", sagte der Ortsvorsteher, und bekam von Ratsmitglied Alexander Dietrich Recht, der leicht resigniert feststellt: "In Burladingen ist doch tote Hose. Man will nichts und man tut nichts."

Wie berichtet, prüft der Regionalverband Neckar-Alb drei Standorte für Pumpspeicherkraftwerke im Zollernalbkreis. Bei zweien davon läge das Oberbecken auf dem "Gockeler" bei Onstmettingen. Ein Talbecken käme entweder im Schamental bei Boll in Frage - oder eben im Killertal am Fuße des Himbergs zwischen Starzeln und Killer.


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Autor: TANJA MARQUARDT | 10.02.2012

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