In Burladenga ist es halt am schönsten

Burladingen.  Das Burladinger Fasnetsspiel wurde trotz der knackigen Kälte eine Veranstaltung der Extraklasse - mit viel schauspielerischem Können und Humor. Die Zuschauer strömten zu Hunderten.

Auftakt zum Fasnetsspiel der Nautle war am Samstagmorgen in der Früh: mit einem Frühstück im Café Roder. Das Roder-Team war bestens auf den Ansturm vorbereitet. So waren im normalerweise rund 100 Gäste fassendem Café nicht weniger als 160 Sitzplätze geschaffen worden, die auch wirklich bis zum letzten Stuhl besetzt waren. Natürlich war auch die Prominenz vertreten. Neben dem SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler (er kennt sich aus, er war ja bereits im Vorjahr dabei), fungierten Landrat und CDU-Landtagsabgeordnete Günther-Martin Pauli und der FDP-Landtagsabgeordnete Andreas Glück als Kassenbuben. Joachim Gerlach steuerte den Brautspruch bei: "Alle Johr sieht man sich wieder, Hauzigslader, Musiker und dia Fasnetsspieler. Von dr letschtera will i heit berichta, mir kennat jo wohl kaum auf dia verzichta. Solang mir Hauzigslader sind schwer am schaffa, lasset dia sich gmitlich ihre Bärte straffa. Dia hocket solang in dr warma Schtub, während aus dussa fast verfruit dr Kassabuab."

Später gings dann zum Trigema-Parkplatz, um für das obligatorische Gruppenbild Aufstellung zu nehmen. Von dort aus zogen dann die 14 Hochzeitslader-Gruppen los. Nun schallte und hallte es aus allen Ecken in Burladingen. Trotz zum Teil erheblicher Problemen mit eingefrorenen Ventilen ihrer Instrumente, ließen es die Musikanten so richtig krachen. Aber auch die Burladinger hatte sich auf die eisige Kälte eingerichtet. Den einzelnen Gruppen wurden Tür und Tor geöffnet, damit sie sich kurz aufwärmen konnten. Es gab Geld- und Sachspenden - und viel Lob für die Akteure.

Mittags stärkten - und wärmten - sich die Narren im Gasthaus "Zoller". Schließlich nahte der eigentlich Höhepunkt des Tages: das Fasnetsspiel selbst. Die Bühne stand in der Josengasse. Hier erwartete die Nautle eine freudige Überraschung. War doch insgeheim befürchtet worden, dass wegen der klirrenden Kälte nur der harte Kern der Fans kommen würde. Doch schätzungsweise 500 Zuschauer trotzten der Kälte! Zunftrat Martin Buck stellte die einzelnen Gruppen vor, Zunftmeister Josef Entress begrüßte Zuschauer und Ehrengäste (darunter Bürgermeister Harry Ebert, viele Stadträte, der CDU-Landtagsabgeordnete Karl-Wilhelm Röhm, die Parlamentarische Staatssekretärin und CDU-Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz, eine Abordnung der Vereinigung Freie Oberschwäbischen Narrenzünfte, viele Vertreter befreundeter Narrenzünfte) und dankte natürlich all denjenigen, die diese Veranstaltung in irgend einer Weise unterstützten.

Johannes Leibold hob zum Läufer-Spruch an: "Ond I muaß jetzt vo do hoba ausern Bürgermoischter loba. Er hot a paar Johr z"Mössinga gwohnt und jetzt gmerkt, dass sich des it lohnt. Äwel die Fahrerei und i hets ihm glei saga kenna, s"isch halt neana scheener wia z"Burladenga."

Mit viel Beifall bedankten sich die Besucher für diesen erheiterten Vortrag und warteten gespannt auf die Aufführung des Stückes "Die Pfarrausschusssitzung". Was hier die Akteure, teilweise als Frau verkleidet, auf der Bühne boten, war Unterhaltung der besten Güte. Wahre Lachsalven der Zuschauer belohnte die Fasnetspieler für ihren grandiosen Auftritt.

Und wie fanden es die drei prominenten Kassenbuben? Klaus Käppeler war auch dieses Mal wieder voll begeistert. "Sagenhaft", meinte er, "ich werde sicherlich nicht das letzte Mal hier gewesen sein". Andreas Glück fand: Die Kameradschaft innerhalb seiner Gruppe sei einfach nur fantastisch gewesen, "die Burladinger Bevölkerung hat uns warmherzig empfangen und uns wegen der eisigen Kälte immer wieder neben Spenden mit warmen Getränken versorgt und sogar zum Aufwärmen in die guten Stuben gebeten". Für ihn sei es ein "unvergessliches Ereignis" gewesen und er werde sicherlich, sofern es gewünscht wird, wiederkommen. Günther-Martin Pauli zeigte sich ebenfalls hell begeistert. "Was die Burladinger Narrenzunft hier auf die Beine gestellt hat und wie die Bevölkerung dahinter steht, ist wirklich einmalig." Bei einer solchen Lobeshymne konnte es sich HZ-Mitarbeiter Eugen Leibold die Frage nicht verkneifen, ob es dann nicht besser gewesen wäre, das Kreiskrankenhaus in Burladingen zu bauen. Pauli spontan: "Auf keinen Fall, aber wenn es möglich wäre, würde ich mit dem gesamten Landratsamt nach Burladingen umsiedeln!"


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Autor: EUGEN LEIBOLD | 06.02.2012

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