Bürgerhaus von April bis Sommer gesperrt Statistik: Die Killermer werden immer weniger

Killer.  Wie in fast allen Teilen Burladingens schrumpft auch in Killer die Einwohnerzahl. Nur noch 575 Bürger leben in der Gemeinde, 34 weniger als 2010.

Einige Dinge konnten im Jahr 2011 in der Killertalgemeinde abgeschlossen und erledigt werden, stellte Ortsvorsteher Josef Pfister in seinem Rückblick im Ortschaftsrat fest. Endlich wurde der Spielplatz am Rathaus mit einem kleinen Fest seiner Bestimmung übergeben. Der Platz werde gut genutzt, so Pfister. Allerdings werden ihn in Zukunft nur sechs Kinder des Jahrgangs 2011 nutzen. Mehr Geburten gab es nämlich in Killer im vergangenen Jahr nicht. Dafür hatte das Dorf gleich 15 Todesfälle zu beklagen. 34 Einwohner zählte das Dorf am Jahresende weniger als noch 2010, als in Killer 607 Bürger gelebt hatten.

Für den Nachwuchs, der noch in Killer lebt, gab es neben dem Spielplatz noch ein neues Wasserspiel am Kindergarten, das durch eine Spende finanziert wurde. Im Einvernehmen zwischen den Nahverkehrsbetrieben und der Stadt konnte auch das Ärgernis aus der Welt geräumt werden, dass die Grundschüler aus Killer und Starzeln ihre Fahrkarten nach den Sommerferien komplett selbst zu zahlen hatten.

Im Feuerwehrhaus wurde, so informierte der Ortsvorsteher, die Stromversorgung neu verlegt. Hergerichtet wurde der Treppenaufgang zur Kirche, wo sich die Stufen durch das Eindringen von Wasser verschoben hatten.

Außerdem ist Vorarbeit für größere Sanierungsprojekte im Jahr 2012 geleistet worden: Eine gründliche Untersuchung der Kirchenmauer und eine detaillierte Beurteilung des Zustands des Bürgerhauses sind Grundlage für die Sanierung dieser Objekte in diesem Jahr.

Im Bürgerhaus wurde schon mit den Arbeiten begonnen: Im Foyer sind die Fenster und die Türe ausgetauscht, informierte Pfister. Die Fassade werde erst gerichtet, wenn eine Prüfung des Flachdachs stattgefunden habe und eventuell nötige Dacharbeiten abgeschlossen seien.

Dass die ersten Arbeiten stattgefunden haben, ohne den Ortschaftsrat nach seiner Meinung zu Fenstern, Farben und Formen zu fragen, löste Unmut aus. "Mit gefällt diese Türe nicht", sagte Josef Kästle. Er wünsche sich, dass der Rat in zukünftige Entscheidungen stärker einbezogen werde, so Kästle und erhielt mit seinem Anliegen Unterstützung von einigen anderen Ratsmitgliedern. "Wir hätten gerne, dass der Ortschaftsrat erfährt, wie es hinterher aussieht." Nun soll Bauhofleiter Sebastian Dietrich zu einem Ortstermin eingeladen werden.

Im vergangenen Jahr war für zwölf Veranstaltungen in Killer eine Ausschankgenehmigung erteilt worden. Diese Zahl wird dieses Jahr vermutlich nicht erreicht: Das Bürgerhaus, so informierte Josef Pfister, werde wegen den Renovierungsarbeiten (neben neuen Fenstern auf der Rückseite werden überall neue Heizungen eingebaut und andere Energiesparmaßnahmen durchgeführt) von Anfang April an bis zum Ende der Sommerferien für alle Veranstaltungen gesperrt sein. Für den Sportverein müsse man noch nach einer Alternative suchen, so Pfister.

Auch die notwendig gewordene Sanierung der Kirchenmauer führte am Mittwochabend zu einer Diskussion. Der Rat hatte sich gewünscht, dass mit der Sanierung der Kirchenmauer ein Gesamtkonzept mit Einbeziehung des Gässles entwickelt werden könnte. Doch die Dringlichkeit der Mauersanierung machte den Wünschen nach einem sanierten Ortskern unter der Kirche einen Strich durch die Rechnung. Aus verkehssicherheitstechnischen Gründen - so hatte das Gutachten ergeben - muss die Mauer so schnell wie möglich gedübelt werden. Josef Kästle zeigte sich enttäuscht. Er hatte gehofft, dass der Rat Mitspracherecht bei der Gestaltung bekommen könnte. "An uns läuft alles ein wenig vorbei", stellte er fest. Auch hier soll Sebastian Dietrich bei einem Lokaltermin Klarheit schaffen.


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Autor: TANJA MARQUARDT | 10.02.2012

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