Ralf Hapke vom Schachclub Bisingen-Steinhofen im Interview

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Neben vielen Trainingseinheiten gab es auch genug Freizeit für Fußball, Tischtennis und Tischkicker. Ein echter Höhepunkt war das gemeinsame Pizzabacken.  Foto: 

Mit vielen Details aus der „Schottischen Partie“ beschäftigten sich dieser Tage gut zwei Dutzend  Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Schachbezirk. Die Schachtrainingsgruppe Team-Training Alb-Schwarzwald verbrachte drei Tage auf dem Lochen, fünf Trainern waren mit dabei. Wir sprachen mit dem Leiter und Trainer Ralf Hapke, Mitglied im Schachclub Bisingen-Steinhofen.

Warum haben Sie sich für die Jugendherberge auf dem Lochen als Austragungsort für das Trainings-Wochenende entschieden?

Ralf Hapke: In den vergangenen zwei Jahren hat hier der SC Bisingen-Steinhofen die Baden-Württembergische U 8-Jugendmeisterschaft ausgerichtet. Hierbei fanden wir die freundliche und flexible Problemlösung der „Herbergsmutter“, Frau Lutter, stets sehr professionell und hilfreich, weshalb wir uns hier immer sehr wohl fühlten. Außerdem bietet die Jugendherberge reichlich Freizeitmöglichkeiten für das Rahmenprogramm, wie zum Beispiel das gemeinsame Pizzabacken, das immer ein besonderes Highlight ist.

Wo trainieren Sie sonst?

Im Vereinsheim des SC Bisingen-Steinhofen, das stellt uns der Club dankenswerter Weise zur Verfügung.

Seit wann gibt es das Team?

Das kann ich nicht genau sagen. Soweit ich mich erinnern kann, gab es den F-Kader eigentlich schon immer. Vor mir wurde er von Daniel Müller aus Spaichingen geleitet. Nachdem dieser aber aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegen musste, habe habe ich mich dazu entschlossen, die Aufgabe im Jahr 2015 zu übernehmen.

Warum gerade Sie?

Diese Frage kann ich leicht beantworten. Zunächst fuhr ich mit meinem Sohn, meiner Tochter und zwei weiteren Kindern aus unserem Verein seit zwei Jahren zum sehr erfolgreichen Talentstützpunkt nach Stuttgart. Mit zwei, drei weiteren Kindern, deren Eltern ich auf diversen Kinderturnieren kennen gelernt hatte, hatte ich schnell einen „Grundstock“, auf dem ich aufbauen konnte. Meine Trainererfahrung vom Stuttgarter Stützpunkt, die vorhandene B-Trainer-Lizenz und diverse Kontakte in die Schach­szene flossen ebenfalls positiv in die Entscheidungsfindung ein.

Wer darf mitmachen, wie wird man Team-Mitglied?

Grundsätzlich darf jedes Kind und jeder Jugendliche zum „Schnuppern“ kommen. Nach zwei kostenlosen Schnupper-Trainings unterhalten wir uns und entscheiden dann gemeinsam, ob wir zusammenpassen oder nicht, denn auch hier versuchen wir darauf zu achten, dass unser Name nicht zu kurz kommt und das Team nicht gestört wird.

Wie viele Kinder sind aktuell dabei?

Seit Beginn unseres Trainings konnten wir uns von neun auf gut 30 Kinder und Jugendliche steigern. Unsere ältesten sind fast 18 und die jüngsten gerade sechs Jahre alt.

Wie wird im Team-Training trainiert?

In den letzten zwei Jahren haben wir bereits einiges versucht und aus unseren Erfahrungen gelernt. Für die Zukunft wollen wir uns in vier Gruppen mit unterschiedlichem Spielniveau unterteilen. Diese Gruppen teilen wir dann wiederum in Kleingruppen auf, die sodann im kleinen Rahmen mit einem Trainer arbeiten. Die Gruppen wechseln dabei von Trainer zu Trainer, so dass jedes Team-Mitglied je eine Einheit rund um das Thema Eröffnung, Mittelspiel und Endspiel absolvieren kann. Wir treffen uns einmal im Monat mit erfahrenen Kinder- und Jugendtrainern. Neben regionalen Trainern begrüßen wir auch immer wieder internationale Spitzentrainer. Hierbei achte ich auf eine gute Mischung aus pädagogischer Erfahrung und Schachwissen. Deshalb werden neben dem „Haupttrainer“, der in der 2. Bundesliga spielt, auch immer wieder internationale Spitzentrainer wie Großmeister Zigurds Lanka oder Internationaler Meister David Lobzhanidze eingesetzt.

Wie finanzieren Sie die Trainings?

Natürlich bin ich auf einen Elternbeitrag angewiesen. Mit diesem decke ich vor allem die Kosten für die Trainerhonorare. Des Weiteren sind auch das ehrenamtliche Engagement von meiner Frau Yvonne und von Ewald Ott sehr wichtig, die mir im Hintergrund den Rücken von administrativen Aufgaben frei halten. Ewald Ott verwaltet die Kasse und Yvonne füllt mit viel Durchhaltevermögen die Anträge und Formulare aus, mit denen wir aus verschiedenen Töpfen etwas Geld dazu bekommen. Nicht vergessen darf man aber auch die Eltern, die ihren Kinder die Teilnahme finanzieren und oft auch weite Wege zum Trainingsort in Kauf nehmen.

Warum haben Sie sich Team-Training Alb-Schwarzwald genannt?

Alb-Schwarzwald deshalb, weil unser Schachbezirk Alb-Schwarzwald heißt. Mit dem Begriff Team-Training wollten wir hervorheben, dass auch die Kameradschaft wichtig ist. Die Mitglieder sollen sich als Teil einer Gemeinschaft fühlen und sich gegenseitig unterstützen.

Was sind Ihre Ziele?

Zunächst wollen wir den Team-Mitgliedern ein gutes Schachtraining bieten. Daneben ist es aber ein weiteres Ziel der Trainer, Talente zu entdecken und entsprechend zu fördern, so dass auch in Zukunft der ein oder andere Jugendtitel in unseren Bezirk kommt.

Dürfen auch aus anderen Bezirken Kinder und Jugendliche im Team mitmachen?

Natürlich. Für uns ist vor allem die Förderung des Schachsports und des Team-Gedankens entscheidend. Bezirks- oder gar Landesgrenzen sind für uns unerheblich.

Wie sehen die weiteren Pläne aus?

Neben den Trainings in der neuen Saison, wollen wir unsere Mitglieder, die sich für die Württembergischen Meisterschaften qualifiziert haben, mit guten Trainern vor Ort betreuen. Für andere Vereine und Stützpunkte ist dies schon lange Standard. Und für den Saisonabschluss planen wir wieder ein tolles Event; vielleicht treffen wir uns ja wieder auf dem Lochen.

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