Vortrag über Rechenschwäche in Bisinger Grund- und Werkrealschule

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Monika Spohrs sprach über Rechenschwäche.  Foto: 

Rechenschwäche beheben ist möglich, zu dieser Erkenntnis kamen die rund 100 Besucher (Eltern und eine Großzahl an Lehrern) des Vortrages von Dr. Monika Spohrs, Leiterin der Zentren zur Therapie für Rechenschwäche, mit Sitz am Bodensee, zu dem die Grund- und Werkrealschule in Bisingen am Donnerstagabend in die Mensa eingeladen hatte. Die Referentin ist außerdem tätig in der Lehrerfortbildung beim Schulamt Donaueschingen, an der PH St. Gallen und an der Universität Konstanz.

Etwa zehn bis 15 Prozent aller  Grundschüler, so Spohrs, seien durch Rechenschwäche (Diskalkulie) belastet. Dyskalkulie sei weder eine Krankheit, noch Hinweis auf ein Intelligenzdefizit und schon gar nicht ein Schicksal, das Betroffene lebenslang erdulden müssten. Die Referentin sprach auch die seelischen Beeinträchtigungen an, die bei Kindern mit Dyskalkulie entstehen können. Der Druck komme dabei von Klassenkameraden und der Gesellschaft, ganz nach dem Motto: Wer nicht rechnen kann, ist dumm und kann nicht logisch denken. Kinder entwickeln dabei zum Teil schwere seelische Störungen. Neben Angstgefühlen, die körperlichen Symptome wie Durchfall, Magen- oder Kopfschmerzen und sogar Bettnässen zur Folge haben, können sogar, sagt Spohrs, schwerwiegende Depressionen entstehen.

Mit einer qualitativen Diagnostik sowie einer darauf basierenden, individuell problemorientierten, auf die systematische Beseitigung der mathematischen Fehlverständnisse abzielenden Einzeltherapie aber würden sich, ist Spohrs überzeugt, Rechenschwächen nachhaltig erfolgreich überwinden. Förderunterricht, Nachhilfe, häusliches Üben, immer wieder Üben seien die ersten Maßnahmen. Um das Problem zu beheben, sei es allerdings notwendig, die Bruchstelle zu finden, ab der das Kind das Verständnis für die mathematischen Prozesse verloren hat. Dies sei die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapiemaßnahme: Diese setze an der Bruchstelle an und schließe die entstandene Wissenslücke dann systematisch bis zum aktuellen Schulstoff. Dies gelinge nur erfolgreich in der Einzeltherapie. 

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