KIrchenchor gibt Schubertmesse zum 150. Chorjubiläum

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Der Bisinger Kirchenchor beweist über all die Jahre hinweg ein hohes musikalisches Niveau. Bei der Schubert-Messe am Sonntag wird er von Solisten und Orchester unterstützt.  Foto: 

Der Bisinger Kirchenchor feiert sein 150. Jubiläum am Sonntag im Rahmen des Patroziniumsfestes zu Ehren des heiligen Nikolauses. Eigens für den Festgottesdienst haben Chor und Dirigent eine Messe von Franz Schubert einstudiert: Nr. 3 in B-Dur für Solisten, Chor und Orchester.

Das Patrozinium der Pfarrei St. Nikolaus, Bisingen, das am kommenden Sonntag, 10. Dezember, gefeiert wird, steht ganz im Zeichen der Feier „150 Jahre Kirchenchor Sankt Nikolaus“. Beginn ist um 10 Uhr in der Bisinger Nikolauskirche.

Als Solisten verpflichtet werden konnten Teresa Dettling (Sopran), Sabrina Keller (Alt) und Johannes Petz (Tenor) von der Staatsoper Stuttgart sowie Christoph Schanze (Bass), Leiter des Vokalquartetts „ensemble l`art vocal“. Es spielen Bläser des Ensembles „arcademia sinfonica“ und Streicher. Die Gesamtleitung hat Chorleiter Volker Schneider; Organist ist Walter Kästle.

Im Anschluss an den Gottesdienst laden der Vereinsvorsitzende Rudolf Haller und die Vorstandsmitglieder zum Festakt mit Stehempfang im nahen Gemeindezentrum.

Hervorragende Chorarbeit

Das 150-jährige Bestehen des Bisinger Kirchenchores ist belegt. Es gibt einen Erlass des Erzbischöflichen Ordinariats vom 5. Dezember 1867, also fast auf den Tag genau vor 150 Jahren, der Sänger und Organisten auflistet; zwei Jahre zuvor war Bisingen zur Pfarrkuratie erhoben worden. Dies haben akribische Nachforschungsarbeiten von Rudolf Haller, dem Vorsitzenden des Kirchenchors, und Egbert Zäh im Pfarr- und Gemeindearchiv ergeben.

Ein großer Förderer der Kirchenmusik war der erste Pfarrer Matthias Sauer. Aus jenen Anfangszeiten wird ein Männerchor erwähnt. Zudem tauchen in der Chronik Namen wie Kaspar Häusel, Philipp Brändle, Josef Knaus und Karl Faller auf. Pfarrer Alois Oswald trat 1941 bis 1946 als Aushilfsdirigent in Erscheinung,  Paula Beck als Organistin. Die Blütezeit des Kirchenchores aber begann 1947 unter Leitung von Studienrat Paul Rodewald. Dieser junge und begabte Kirchenmusiker, der als Heimatvertriebener aus Oberschlesien kam, verstand es außerordentlich, die Chormitglieder zu musikalischen Höchstleitungen anzuspornen. Unter ihm gab es die ersten Orchestermessen.

Drei Jahre später, Anfang 1950, wurde Rodewald von Josef Kästle abgelöst. Kästle leitete den Chor 43 Jahre, wurde zum Ehrendirigenten ernannt. Unter ihm erlebte die Sängerschar zahlreiche Aufführungen, von Konzerten bis hin zu Rundfunksendungen.

Wohl wissend, dass neben einer fundierten Ausbildung und einer guten Portion Talent, auch viel Fleiß die Grundlage allen Erfolges ist, strebte Kästle beharrlich danach, dem Bisinger Kirchenchor ein Maximum an Leistung abzugewinnen. Dank Kästles Tatkraft wuchs der gemischte Chor auf rund 50 Sängerinnen und Sänger, erreichte ein hohes  musikalisches Niveau.

Für Ute Lopez-Diaz war es im Jahre 1994 nicht leicht, die Nachfolge von Josef Kästle anzutreten. Trotz allem hat sie es mit viel Talent, Erfahrungen und Idealismus geschafft, die große Sängerschar zusammen zu halten. Acht Jahre war sie im Amt.

Festakt mit Stehempfang

Chorleiter von 2002 bis 2003 war Ulrich Krämer, dann folgte Kirchenmusiker und Musiklehrer Volker Schneider. Von 2009 bis 2011 war Alexander Baumgärtner Chorleiter in Bisingen, 2011 übernahm Bernhard Leiz den Taktstock. 2015 führte Ann-Katrin Fecker den Chor, 2016 Bastian Lukas.

Organist Walter Kästle sprang immer mal wieder als Vizechorleiter in die Bresche. Im Jubiläumsjahr führt nun erneut Volker Schneider den Taktstock. Zusammen mit dem Chor ließ er zu Ostern die Orgelsolomesse von Mozart erklingen, jetzt in der Adventszeit folgt Schubert.

Die Messe Nr. 3 in B-Dur D 324 ist eine Messvertonung für Soli, Chor und Orchester von Franz Schubert aus dem Jahr 1815. Dieses Werk entstand kurz vor dem Singspiel „Die Freunde von Salamanka“ und dem „Erlkönig“.

Bei der Uraufführung der Messe in der Lichtentaler Pfarrkirche, eine römisch-katholische Pfarrkirche im Wiener Stadtteil Lichtental, wirkte auch Schuberts Jugendliebe Therese Grob als Sopranistin mit.

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