Nachfolger noch vor der Sommerpause gesucht

Im Grosselfinger Rathaus soll eine Bücherecke eingerichtet werden. Hans-Paul Fischer möchte als Sprecher der Vereinsvorstände aufhören.

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Für Hans-Paul Fischer wird ein Nachfolger gesucht.  Foto: 

In einer kleinen Gemeinde wie Grosselfingen gebe es zwar nicht immer viel, aber doch immer etwas zu beschließen, meinte sinngemäß Bürgermeister Franz Josef Möller zum Auftakt der Gemeinderatssitzung, die am Dienstag lediglich drei Tagesordnungspunkte umfasste, und für die sich drei Räte hatten entschuldigen lassen.

Zwei Baugesuche - einmal Neubau eines Wohnhauses mit Carport, einmal Aufbau einer Dachgaube - winkte das Gremium ungebremst durch. Im Falle der Gaube merkte Möller an, es sei zu begrüßen, wenn bisher ungenutzte oder eingeschränkte Flächen zu Wohn- beziehungsweise Arbeitszwecken erweitert und damit einem Gebrauch zugeführt würden.

Wie Möller anschließend mitteilte, habe das Landratsamt Balingen in der Routineprüfung, der alle Haushaltspläne unterliegen, den laufenden Grosselfinger Haushalt für "gesetzmäßig" befunden. Anbei habe die Aufsichtsbehörde der Gemeinde die Empfehlung mit auf den Weg gegeben, in der mittelfristigen Planung den Kurs der vergangenen Jahre beizubehalten und in Bezug auf die Investitionen maßvoll zu sein. Andernfalls würden die Rücklagen zu stark angegriffen, was in der weiteren Folge dazu zwinge, Schulden machen zu müssen. (Grosselfingen hat seit 18 Jahren keine Kredite aufgenommen.)

Könnte man im Ort nicht eine "Bücherecke" einrichten? Der Wunsch wurde kürzlich an die Verwaltung herangetragen. Diese Bücherecken, die es in vielen Städten gibt, funktionieren wie eine Tauschstelle ohne Aufsicht: Irgendwo hat man eine Stelle, an der Bücher ausliegen. Der Lesehungrige schaut vorbei, nimmt sich eins und lässt dafür ein eigenes, das er ausgelesen hat, zurück. Die Bücherecken befinden sich mitunter an ungewöhnlichen Plätzen und in witzigen Herbergen. So richtete eine Ortschaft in England jüngst eine solche Tauschgelegenheit in einer leergeräumten Telefonzelle ein und führte die Kabine so einer neuen Nutzung zu. In Deutschland gibt es keine Telefonzellen mehr. Was böte sich in Grosselfingen an, was wäre praktisch, was zweckmäßig?, fragten sich die Räte. Im Freien wollte man die Ecke nicht unterbringen. Klamme, schimmlige Bücher - Igitt! Man kam überein, es sei das Beste einen Büchertisch im Foyer des Rathauses aufzustellen. Das Gebäude sei nahezu täglich geöffnet und liege zentral. Ob das Angebot angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Weiter kam aus der Ratsrunde eine Anfrage zum Zelt der Vereinsgemeinschaft. Es scheint demnach unklar zu sein, was für eine möglicherweise bald anstehende Neubeschaffung noch in der dafür vorhandenen Kasse schlummert und welche Beträge in jüngerer Zeit für Reparaturen ausgegeben wurden. Eventuell, hieß es, müssten entsprechende Mittel beschafft oder im kommenden Haushalt eingestellt werden. Dem wurde die Frage entgegen gehalten, ob der Zeitpunkt, sich mit diesem Problem zu beschäftigen, wirklich günstig sei - angesichts der vielen Aufgaben, die Grosselfingen in nächster Zeit zu bewältigen habe. Stichwort: Ideenwettbewerb Ortsmitte. Doch, doch, lautete das Gegenargument, man müsse das Problem baldmöglichst in Angriff nehmen, den ruckzuck sei die Sommerpause da - und dann das Jahr auch bald schon wieder vorüber.

Hans Paul Fischer, Gemeinderat (im neuen Gremium aber nicht mehr mit drin) und Sprecher der Vereinsvorstände, konnte zur Frage des Zeltes keine Auskunft geben. Mit der Zeltverwaltung sei er nicht befasst. Gleichzeitig äußerte er in dem Zusammenhang, dass er sein Sprecheramt abtreten wolle. Daraufhin riet Bürgermeister Möller, auch diese Angelegenheit schnell zu klären: um Fakten zu schaffen und damit Fischer die Sache nicht noch Monate mit sich herum schleppen müsse. Man kam überein, im Juli eine Vereinskonferenz einzuberufen, um dann einen Nachfolger für Fischer zu finden. Der Termin wird noch festgelegt.

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