Kündigungen drohen

Vier Kündigungen noch vor Weihnachten: Das hat die Thanheimer Firma Neoboss bekannt gegeben. Nun schreiten Betriebsrat und IG Metall ein.

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Der Geschäftsführer des Thanheimer Gewindebohrefirma Neoboss, Olaf Kalwies, hat Kündigungen bekannt gegeben: Vier teilweise langjährige Beschäftigte soll es noch vor Weihnachten treffen. Der Arbeitgeber begründet dies mit Umsatzrückgängen gegenüber dem Großkunden Würth mit über 40 Prozent sowie mit der Verlagerung von Gewindeformern nach Ungarn.

Der Betriebsrat der Firma Neoboss und die IG Metall, vertreten vom 1. Bevollmächtigten, Walter Wadehn, lehnen die geplanten Maßnahmen als Salamitaktik ab. Laut Berechnungen der IG Metall waren im Januar 2013 noch 55 Arbeitsplätze bei der Firma Neoboss vorhanden. Derzeit seien es nur noch 49. Im Verlauf des kommenden Jahres wird sich die Zahl der Arbeitsplätze durch Auslauf von Befristungen, Eigenkündigungen, Rentenzugängen und betriebsbedingten Kündigungen auf 40 reduzieren. Dies entspricht einem Personalabbau von über 27 Prozent, so Wadehn. Betriebsrat und IG Metall verlangen deshalb vom Arbeitgeber, vorerst auf weitere Verlagerungen zu verzichten. Dass in Ungarn produziert wird, während nicht kostendeckende Produkte nach Thanheim verlagert werden, sei in der Situation des Betriebs keine Verbesserung, so die IG Metall weiter. Der mögliche Auftragsrückgang solle durch Kurzarbeit überbrückt werden. Sollte es nach Ablauf des Kurzarbeitszeitraums von bis zu einem Jahr immer noch nicht möglich sein, den Standort auszulasten, verlangen IG Metall und Betriebsrat den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans. Es sei unanständig, so der Bevollmächtigte der IG Metall Albstadt, Wadehn, Beschäftigte nach 28 Jahren ohne Abfindung wegzuschicken.

Die IG Metall und der Betriebsrat erwarten von der Geschäftsführung sowie dem französischen Besitzer Poisier ein tragfähiges Konzept für die Zukunft der Firma Neoboss. Dem Insolvenzverwalter sei es gelungen, die Firma Neoboss für fünf Jahre im Gewinnbereich zu halten. Mittels Zusatzschichten, Mehrarbeit und eine hohen Flexibilität habe die Belegschaft mehrfach Durchhaltewillen bewiesen. Der Walter Wadehn befürchtet jedoch, dass die Firma Neoboss durch den Personalabbau so "schön" werden soll, dass der Betrieb an andere Interessenten verkauft werden könne.

Am Donnerstag wollen Betriebsrat und IG Metall die Belegschaft über die eingeleiteten Maßnahmen des Arbeitgebers ausführlich informieren. Im Anschluss sind Verhandlungen über Kurzarbeit und Interessenausgleich geplant.

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