Kommentar zur Amtsleiterdebatte: Krieg im Kirchspiel

Aus dem Konflikt um eine Amtsleiterstelle ist kommunalpolitischer Krieg geworden, meint HZ-Redakteurin Stephanie Apelt.

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Jetzt also hat er doch etwas zur Amtsleiterdebatte gesagt. Bislang hatte Bisingens Bürgermeister jeden öffentlichen Kommentar mit dem Hinweis darauf verweigert, in dem arbeitsgerichtlichen Verfahren, das seine Ehefrau und der Gemeinderat derzeit vor dem Arbeitsgericht Reutlingen ausfechten, befangen zu sein.

Doch mittlerweile ist es mehr als ein Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Streit vor Gericht. Diesen sollen ruhig die Richter klären.

Mit seiner Stellungnahme in eigener Sache, mit der Joachim Krüger den Gemeinderat sichtlich überrumpelte, nimmt der Fall unumkehrbar politische Dimensionen an. Wie schon einmal, als Krüger den Gemeinderat wohl über die neue Amtsleiterin Mariana Krüger in Kenntnis setzte, nutzte er dazu den Tagesordnungspunkt Verschiedenes. Dieses Mal aber hörte der Rat aufmerksam zu. Und er vernahm durchaus die Botschaft. Wenn Mariana Krüger Anfang April als Amtsleiterin zurückkehrt, dann wird damit der erklärte Wille des Gemeinderates wissentlich ignoriert. Und dabei geht es nicht mehr allein um rein rechtliche Positionen, um Protokolle und Paragraphen, sondern um Grundsätzliches.

Wer entscheidet letztlich in einer Gemeinde - der Bürgermeister oder der Gemeinderat? Wie muss sich das Gremium fühlen, wenn es derart übergangen wird? Aus dem Konflikt um eine Amtsleiterstelle ist kommunalpolitischer Krieg geworden, aus dem alle Seiten blutige Wunden davontragen dürften.

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