Jetzt muss im Grosselfinger Wald kräftig aufgeräumt werden

Forstdirektor Hermann Schmidt hatte die Privatwaldbesitzer Grosselfingens, Rangendingens und Haigerlochs zu einem Treffen zwecks Sturmschädenbeseitigung eingeladen. Rund 80 Besitzer kamen.

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Forstdirektor Hermann Schmidt erläuterte den rund 80 anwesenden Privatwaldbesitzern im Grosselfinger "Ochsen" die Sturmschadenbeseitigung. Foto: Vera Bender

"Es ist nur ein Angebot an Sie, aber keine Verpflichtung", erklärte Forstdirektor Hermann Schmidt gleich zu Beginn der Versammlung. Mit einer solch großen Resonanz von etwa 80 Interessierten hatten weder er noch seine Kollegen, Büroleiter Karl-Otto Schäfer sowie die Revierleiter Hubert Münch und Wilhelm Grundler, gerechnet. Allerdings gibt es schätzungsweise 500 Privatwaldbesitzer in Grosselfingen, Haigerloch und Rangendingen.

Diese Waldgebiete wurden vom Sturm vor zwölf Tagen erheblich geschädigt. "Fast unbemerkt", wie Schmidt meinte. Etwa 5000 Festmeter Holz gibt es im betroffenen Gebiet, nur knapp die Hälfte ist in öffentlichem Eigentum. Mit der Sturmholzbeseitigung im öffentlichen Wald hat das Forstamt eine Firma aus Wolfegg beauftragt, welche ab Ende August tätig wird. Etwa ab dem 10. September könnte der Vollernter dann auch in den privaten Waldstücken zum Einsatz kommen. Doch hierzu muss dem Forstamt eine Vollmacht der jeweiligen Besitzer vorliegen. "Wir müssen wissen, wo Ihr Wald ist, also brauchen wir eine Markierung", erläuterte Forstdirektor Schmidt. Außerdem appellierte er: "Sie müssen deutlich sagen, was Sie wollen."

Denn so mancher Privatwaldbesitzer würde zumindest einen Teil des Holzes gerne als Brennholz verwenden. Allerdings wären Abschnitte von hoher Güte viel zu schade für einfaches Brennholz. Fichtenstämme ab einem Durchmesser von 15 Zentimetern können bis zu 72 Euro pro Festmeter einbringen, je nach Güte und Länge. Tanne bringt fünf Euro weniger. Dieses Holz könne ins Sägewerk gebracht werden und erziele die höchste Wertschöpfung. Schmidt machte eine Rechnung auf: "Angenommen, Sie haben fünf umgefallene Bäume, dann sind das etwa drei Festmeter Holz, von denen zwei Festmeter wahrscheinlich verwertbar sind. Und schon haben Sie einen Rohumsatz von 120 Euro." "Das sind ganz ordentliche Preise", stellte Schmidt fest. Die Aufarbeitungskosten seien bei diesen Angeboten im Übrigen schon abgezogen. Eine kurze Erhebung während der Versammlung ergab allerdings, dass sich nur rund 50 Prozent spontan der Sturmholzaufarbeitung des Forstamtes anschließen wollen, etwa 30 Prozent würden sich lieber selbst darum kümmern und der Rest zeigte sich unentschlossen. "Und wie regeln Sie die Zufahrt?", fragte der Forstdirektor schmunzelnd diejenigen, welche die Sturmschäden selbst bewerkstelligen wollen. Das Holz liege nämlich teils quer im Hang, so Schmidt, und die Parzellensituation spreche absolut für eine gemeinsame Aufarbeitung. Wer Brennholz haben wolle, könne die Fachfirma zum Preis von 17 Euro pro Festmeter mit der Aufarbeitung beauftragen. Stammholz in geringem Maß aufzuarbeiten sei schwieriger und teurer. Man verdiene zwar etwas, aber zwischen einem und zehn Euro Mehrgewinn, was nicht viel ist.

Den Forstleuten liegt viel daran, dass die Sturmschadenbeseitigung zügig von statten geht. Als Deadline wurde April 2014 ins Auge gefasst. Weshalb? Weil sich ab dann wieder der Borkenkäfer in dem abgebrochenen Holz tummeln würde. Wer sich dem Auftrag des Forstamtes anschließen möchte, muss bis spätestens 20. August eine Vollmacht abgegeben haben. Man kann darauf beispielsweise auch vermerken, dass man das anfallende Laub-Brennholz selbst nutzen möchte. Büroleiter Karl-Otto Schäfer machte außerdem darauf aufmerksam, dass man Förderanträge zur Wiederaufforstung noch in diesem Herbst übers Forstamt stellen müsse, damit man mit der Maßnahme in 2014 beginnen kann. Auf die "Sozialkontrolle untereinander" verwies Revierleiter Wilhelm Grundler. Man solle doch mit den Nachbarn reden, denn in der Regel seien die Bäume 30 Meter lang und lägen in zwei bis drei Parzellen. Außerdem handle es sich um eine sehr gefährliche Arbeit, erinnerte Grundler diejenigen, welche die Schäden nach wie vor selbst beseitigen wollen. "Die Gipfel brechen immer noch ab. Gehen Sie also nicht bei Wind durchs Holz und unterschätzen Sie die Gefahr nicht!"

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