Im Dienste der musica sacra

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Bezirkskantor Bruno Hamm (l.) Pater Artur Schreiber (2.v.l.) gehörten zu den Gratulanten, die den Einsatz Walter Kästles für die Kirchenmusik lobten – und in den Dank natürlich auch Kästles Ehefrau einbezogen.  Foto: 

Es war ein musikalisches Erlebnis. Seit 50 Jahren ist Walter Kästle in St. Nikolaus als Organist tätig, war auch als Chorleiter aktiv. Und so war es der katholischen Kirchengemeinde eine große Ehre und Freude, ihren Organisten im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes zu ehren.

Der Gottesdienst wurde unter anderem von Bezirkskantor Bruno Hamm und zwei Kirchenchören musikalisch mitgestaltet. Im Anschluss waren alle Gottesdienstbesucher zu einem Stehempfang ins katholische Gemeindezentrum in Bisingen eingeladen.

Wenn ein Organist geehrt wird, dann natürlich mit Musik. Die Sängerinnen und Sänger der  Kirchenchöre aus Bisingen und Thanheim führten die bekannte „Gounod-Messe“ auf, Solistin war Ursula Widmann (Sopran). Die Gesamtleitung hatte Dirigent Volker Schneider; die Orgel spielte Thomas Bendrin. Aber auch der Volksgesang aus dem Gotteslob fand seinen Platz.

Zum Einzug stimmte Bezirkskantor Hamm das imposante Orgelvorspiel „Nun danket alle Gott“ von Sigfrid Karg-Eert an. Der Gottesdienst erhielt durch die Aufführung der „Gounod-Messe No. 7 in C“ (Charles Gounod, 1818 bis 1893) eine ganz besondere Note. Die Sänger überzeugten. Der Vortrag wurde bestimmt durch klare Artikulation, aufmerksame Tongebung und Deklamation, Sicherheit der Einsätze und Stimmenbalance. Ursula Wiedmann trug mit mit geschulter Sopranstimme „Panis-Angelicus“ in A-Dur von Cesar Franck und einen irischen Segenswunsch vor, begleitet  von Bruno Hamm auf der Orgel. Hugo Fecker übernahm souverän die Vorsängerfunktion beim „Hallelujah“ und beim Credo.

Urkunden und Geschenke

Den Gottesdienst zelebrierte Pater Artur Schreiber, unterstützt von Pfarrer i.R. Norbert Dilger. Lektoren waren Sabine Fischer und Wolfgang Rager. Pater Artur erzählte die Geschichte eines Mannes, der viel Fantasie und Kreativität bewies, über Jahrzehnte hinweg Eicheln setzte, die nach und nach aufgingen und zu starken Bäumen wurden. Walter Kästle habe sich in vielfacher Weise über fünf Jahrzehnte der „musica sacra“ verschrieben. Seine Orgelmusik sei eine große und stete Bereicherung.

Die Jubiläumsurkunde war von Godehard Weithoff, dem Diözesankirchenmusikdirektor der Erzdiözese Freiburg, unterzeichnet. Die Kirchengemeinde überreichte dem Jubilar Wein, dessen Ehefrau Blumen. Erzbischof Stephan Burger gratulierte schriftlich.

Bruno Hamm sprach in seiner Funktion als Präses der Kirchenchöre im Dekanat Zollern, überreichte die Urkunde und Verdienstnadel des Cäcilien-Verbandes. Hamm rechnete vor, dass in einem halben Jahrhundert Organistentätigkeit gut 3500 Gottesdienste zusammengekommen seien, die Walter Kästle musikalisch begleitete. Und da Kästle hin und wieder sogar zwei oder gar drei Mal an einem Sonntag in verschiedenen Gottesdiensten gewirkt habe, könne  die Zahl leicht auf 10 000 steigen. Nie sei ihm die Liebe zur Musik dabei abhanden gekommen.

Hamm zitierte Luther: „Wer sich Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen.“ Und meinte: „Musik hat die Kraft, ein Stück vom Himmel zu öffnen, den wir nur erahnen können.“

Stehempfang im Saal

Beim anschließenden Stehempfang folgten Grußworte von Rudolf Haller für den Kirchenchor Bisingen und Sylvia Dehner für den Kirchenchor Thanheim. „Ohne Musik wäre alles nichts“, zitierte Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger, lobte Walter Kästles Einsatz und Mühen in den zurückliegenden 50 Jahren.Walter Kästle dankte für all die Ehre.

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