Ideen für Grosselfingens Ortsmitte

Wie soll die bauliche Zukunft Grosselfingens gestaltet werden? Erst machten sich die Bürger ihre Gedanken darüber, dann waren vier Architektenbüros gefragt. Das Ergebnis ist derzeit im Rathaus ausgestellt.

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    Es darf diskutiert werden: Bürgermeister Franz Josef Möller (l.) und Architekt Thomas Bamberg (r.) stellten gestern die Wettbewerbsentwürfe vor. Fotos: Stephanie Apelt
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Welche Ideen die vier Architektenbüros für die Grosselfinger Ortskernsanierung entwickelt haben, ist derzeit im Sitzungssaal des Grosselfinger Rathauses zu sehen. Gestern am späten Nachmittag erläuterten Bürgermeister Franz Josef Möller und Thomas Bamberg die Pläne.

Bamberg ist Diplom-Ingenieur und freier Architekt. Er gab den "Rundumblick", sprach zunächst einmal grundsätzlich von der "hohen Qualität aller Arbeiten", um dann die Kritikpunkte anzubringen. Was hat der Jury - bestehend aus Architekten, Landschaftplanern, Vertretern der derzeitigen drei Gemeinderatsfraktionen und dem Bürgermeister - gefallen, was so gar nicht? Die Entscheidungen fielen einstimmig.

Bamberg stellte vier durchaus unterschiedliche Ansätze vor. Was war gefragt? Eine hübsche Talbach-Aue, ein lebendiger Marktplatz, ein Bürgerhaus mit Platz für Veranstaltungen und Verwaltung (das jetzige Rathaus ist dringend sanierungsbedürftig). Keine der vier eingereichten Arbeiten habe die Jury absolut zufrieden gestellt, sagte Bamberg. Aber: Der Sieger habe doch das meiste "Entwicklungspotenzial", sprich auch hier müsste kräftig daran gearbeitet werden.

Zwei der Entwürfe versuchten, das jetzige, baufällige Gesellenhaus am Eingang des Marktplatzes weitgehend zu erhalten: Das Büro Hartheimer und Partner, Münsingen, mit Partner Landschaftsarchitekt Jörg Sigmund, Grafenberg, erweiterte es großzügig - und mit viel Glas - in den Marktplatz hinein, um genug Raum im Gebäude zu haben. Damit aber verlöre der Marktplatz seinen einmaligen Charakter, so das Urteil der Jury.

Architekt Friedrich Rau, Albstadt, mit Landschaftsarchitektin Ilse Sigmund, Schömberg, an seiner Seite, setzte die historischen Grosselfinger Schauplätze noch einmal gestalterisch als Flächen mitten auf dem Marktplatz um, damit aber, so die Jury, verlöre der Platz seine Alltagstauglichkeit. Zudem passe das gewünschte Raumprogramm eben einfach nicht in das alte Gesellenhaus.

Beide Entwürfe kamen auf Rang drei - und wurden nicht weiterverfolgt.

Mit einem Neubau am Platz des Gesellenhauses wartete Architekt Thorsten Sorg, Balingen, mit "frei raum conzept" Sinz-Beerstecher und Böpple, Rottenburg, auf. Doch hier wurden die langen Wege im neuen Gebäude bemängelt. Das grüne Rechteck auf dem Marktplatz erinnere zudem an einen "Sportplatz" (die WM lässt grüßen) und wurde als störend empfunden. Das Urteil: Rang zwei.

Auch Johann Senner mit Planstatt Senner, Überlingen, und das Büro Ackermann und Raff, Stuttgart, stellen das neue Bürgerhaus an die Stelle des alten Gesellenhauses. Die Idee hier: Im Erdgeschoss wird ein Mehrzweckraum untergebracht, der durch zwei weitere, nur durch Falttüren getrennte, Räume auf bis zu 150 bis 200 Gäste erweiterbar wäre. Davor gelagert ist zudem ein Foyer. Der Marktplatz wird wieder zu einem "echten Platz", die Wiese in der Mitte kommt weg, dafür gibt es mehr Grün entlang der Häuser. Anstelle des jetzigen Rathauses gibt es freie Fläche, um die kleine Kapelle wieder in den Blick zu rücken. Planer Johann Senner, in Grosselfingen geboren und aufgewachsen, hat sich dabei unter anderem an alten Grosselfinger Ortsplänen orientiert. Mit diesem Vorschlag, so die Jury, könnte man arbeiten: Platz eins.

Das alte Gesellenhaus, so Johann Senner und Partner, "hätten wir ja gerne erhalten", allein bei einem früheren Umbau - als der Saal nach oben verlagert worden war - sei dem Gebäude "das Genick gebrochen worden", zudem passe das Raumprogramm nicht hinein. Allerdings haben Johann Senner und seine Partner einen Sondervorschlag: den Sitzungssaal für den Gemeinderat im jetzigen Rathaus zu belassen und "nur" die Verwaltung ins neue Bürgerhaus umziehen zu lassen. Dafür müssten aber alle Gebäude gründlich untersucht werden, ob sich das überhaupt rechnet.

"Uns ging es darum, verschiedene Ideen zu bekommen", so Grosselfingens Bürgermeister Franz Josef Möller, "eine Diskussionsgrundlage zu schaffen". Das zumindest ist gelungen, die Grosselfinger stiegen gestern im Ratssaal schon mal darin ein. Bis zum 11. Juli sind alle Pläne im Rathaus zu sehen. Die Grosselfinger sollen ihre Vorstellungen einbringen. Sie sind es schließlich, die darüber entscheiden sollen - auch darüber, ob sie am Ende vielleicht doch etwas ganz anderes wollen.

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