Hecken nicht in lebende Mauern verwandeln

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Die Notwendigkeit einer fachgerechten und mehr an ökologischen Erfordernissen ausgerichteten Pflege von Gehölzen in der Feldflur sowie an Straßen und Wegen diskutierte der Vorstand des Nabu-Kreisverbands Zollernalb mit Landrat Günther-Martin Pauli und den Mitarbeitern im Naturschutz.

Man erinnere sich: Groß war der Unmut im vergangenen Frühjahr in der Bürgerschaft, als landauf landab die Motorsägen und andere, meist auf Fahrzeugen aufgebaute, Schnittgeräte so mancher Hecke den Garaus bereiteten oder einen schmucken Gebüsch-Streifen in eine wie mit dem Lineal gezogene "lebende Mauer" verwandelten.

Besonders hervorgetan habe sich dabei, laut Ansicht des Nabu, die Bahn an der Kreisgrenze bei Hechingen. Aber auch an Straßen jeglicher Klassifizierung und entlang von Feld- und Waldwegen war nach Einschätzung des Nabu mit zuvor nie festgestellter Intensität "gepflegt" worden.

Herbert Fuchs vom Nabu-Vorstand hatte mit eindrucksvollen Bildern die gängige Pflegepraxis dargestellt, welche eine Verjüngung von innen ausschließt und auf längere Sicht zum Absterben des Gehölzes führt. Auch die Bedeutung intakter Gehölze für die Tierund Pflanzenwelt war Gegenstand seiner Ausführungen. Damit stieß er beim Landrat und seinen Mitarbeitern auf offene Ohren, waren doch auch beim Landratsamt Beschwerden eingegangen.

Landrat Pauli schlug die Schaffung eines Heckenlehrpfades vor, um bei der der Bevölkerung das Bewusstsein für die hohe Wertigkeit von Feldgehölzen und "straßenbegleitendem Grün" - so der Fachbegriff - zu schärfen.

Zur Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung im Bereich der Straßenmeistereien und kommunalen Bauhöfe, aber auch bei Landwirten und sonstigen Grundstücksbesitzern sollen zudem für eine ökonomisch und ökologisch orientierte Pflegepraxis verschiedene Informations- und Vortragsveranstaltungen stattfinden.

Einig waren sich amtliche wie private Naturschützer, dass Gemeinden und andere Grundeigentümer die Feldgehölze und Hecken nicht als bloße Last empfinden sollten, sondern als landschaftliche Bereicherung und wertvolle Biotope in einer teilweise stark ausgeräumten Landschaft. Diese erfordern eine planvolle und differenzierte Pflege, um ihre Wertigkeit zu erhalten und ihre Funktionen langfristig zu erfüllen, so der allgemeine Tenor am Ende der Besprechung. Hierfür wollen sich beide Seiten verstärkt einsetzen.

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