Ganztagsbetreuung gefragt

Der Bisinger Gemeinderat ist dankbar für die gute Arbeit von Tageseltern. Damit diese konkurrenzfähig bleiben können, werden sie besser unterstützt. Kindergarten- und Krippenplätze werden ausgebaut.

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Wie muss die Kinderbetreuung in Bisingen in den nächsten Jahren aussehen? Diese Frage stellte sich der Gemeinderat und beschloss acht Neuerungen. Archivfoto

Mit den Worten: "Gehen wir die Aufgaben an - und hier sind wir schon bei den Aufgaben", leitete Bürgermeister Roman Waizenegger in der Gemeinderatssitzung vom Haushalt auf das Thema, was die Gemeinde "tagein, tagaus" beschäftige über: die Weiterentwicklung der Kindertagesbetreuung in Bisingen. Eine ausführliche Bestandsaufnahme der Plätze, die in Kindergärten, Kindertagesstätten und bei Tageseltern für die unter Dreijährigen und die Drei- bis Sechsjährigen zur Verfügung stehen, machte den Anfang. Hauptamtsleiterin Kerstin Just stellte die Situation dar - um dann auf die Bedarfsplanung bis 2017 überzugehen und insgesamt acht Neuerungen vorzuschlagen.

Roman Waizenegger sagte, man sehe die private Kindertagesbetreuung in Bisingen "nicht als Konkurrenz, sondern als sinnvolle Ergänzung" zu den fünf Kindertageseinrichtungen der Gemeinde. In Kerstin Justs Erläuterungen wurde auch deutlich, wie groß der Bedarf auch an Tageseltern ist: 41 Prozent und damit der größte Anteil der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren wird von Tageseltern gestemmt. Finanziert wird diese Betreuung durch Elternbeiträge, den Zuschuss der Gemeinde - bislang ein Euro pro Betreuungsstunde - und durch Landesmittel. Durch die drastisch gesunkenen Zuschüsse aus dem Länderfinanzausgleich wurde diese Art der Betreuung nun wesentlich teurer. "Existenzbedrohend für die Tageseltern" befand die Gemeinde Bisingen, und der Rat stimmte dem Vorschlag zu, den Gemeindezuschuss von einem auf zwei Euro pro Stunde zu erhöhen. Kuno Kostanzer von den Freien Wählern ergänzte, dass er schon von Beginn an für die Unterstützung der Tageseltern plädiert habe - die Plätze seien für die Gemeinde wesentlich günstiger als der Ausbau der Kleinkindbetreuung in den Gemeindeeinrichtungen. Zustimmung gab's aus der SPD-Fraktion von Gisela Birr.

Die Bestandaufnahme, die laut Rückmeldungen aus dem Gremium in ihrer ausführlichen Form auch den "alten Hasen" guttat, zeigte: Aktuell ist die Auslastung in allen Einrichtungen in Ordnung. Von insgesamt 298 Plätzen für Drei- bis Sechsjährige waren im August 2014 257 oder 86 Prozent belegt. Bei den "U3"-Plätzen waren im Dezember 2014 31 von 39 Plätzen ausgelastet - das entspricht 80 Prozent. Eine Prognose für die kommenden Jahre anhand der Geburten- und Bevölkerungszahlen zeigte jedoch: In Zukunft fehlen vor allem Kindergartenplätze - insbesondere in Steinhofen und Thanheim. Denn obwohl die Einzugsgebiete für die Kinderbetreuung aufgelöst wurden, lege man Wert auf wohnortnahe Betreuung. Der Rat beschloss daher, in der Kita Zwergenland in Thanheim das Obergeschoss (wo ohnehin saniert werden müsse) auszubauen und dort eine neue Kindergartengruppe einzurichten. Zirka 155 000 Euro wird der Ausbau kosten, 1,11 Stellen müssen geschaffen werden - das kostet jährlich etwa 48 000 Euro.

Im "Spatzennest" in Steinhofen wird eine Kleingruppe in einem Teil des Mehrzweckraums eingerichtet. Dort werden zirka 5000 Euro für Einrichtung und 37 000 Euro für den erhöhten Personalbedarf gebraucht.

Weil außerdem die Nachfrage nach Ganztagesplätzen steigt, wird in der Kindertagesstätte Humboldtstraße ab 1. März eine Krippengruppe in eine Mischgruppe für Ganztages- und stundenweise Betreuung umgewandelt - damit könne der "konkrete Bedarf" flexibel gedeckt werden. Ab 1. September wird ebenfalls im Kindergarten Humboldtstraße eine Gruppe in eine Ganztagesgruppe umgewandelt. Kosten für beides: zirka 75 000 Euro Personal und 3 500 Euro für Matratzen, auf denen sich die Ganztageskinder ausruhen können.

Der Gemeinderat stimmte allen vorgeschlagenen Neuerungen, der Finanzierung und dem Personalmehrbedarf zu. "Begeistert" nahm Thanheims Ortsvorsteher Jürgen Buckenmaier an, dass damit der Wunsch nach dem Ausbau des Kindergartens im Ort erfüllt wird.

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