Glascontainer-Kaninchen Fritzle geht es gut

|
Vorherige Inhalte
  • Mit neuem Namen und neuem Zuhause: „Fritzle“ darf inzwischen mit Artgenossen herum hoppeln, hat sich prächtig entwickelt, ist längst nicht mehr so schreckhaft wie bei seinem Fund. Ein Tierschicksal, das gut ausging. 1/2
    Mit neuem Namen und neuem Zuhause: „Fritzle“ darf inzwischen mit Artgenossen herum hoppeln, hat sich prächtig entwickelt, ist längst nicht mehr so schreckhaft wie bei seinem Fund. Ein Tierschicksal, das gut ausging. Foto: 
  • Schmusig und anhänglich, zirka drei bis fünf Jahre alt, 3,7 Kilogramm schwer – wer vermisst diese graugetigerte Katzendame? 2/2
    Schmusig und anhänglich, zirka drei bis fünf Jahre alt, 3,7 Kilogramm schwer – wer vermisst diese graugetigerte Katzendame? Foto: 
Nächste Inhalte

Was geht eigentlich in einem Menschen vor, der ein Kaninchen einfach in einen Container für Altglas stopft, um es los zu werden? Es war ein übler Fall von Tierquälerei, der sich Ende  Januar ereignete. Die Mitarbeiter des Recylingunternehmens Bogenschütz in Grosselfingen waren die sprichwörtlichen Retter in größter Tiernot. Sie hatten das Kerlchen beim Entleeren der Container entdeckt, schwups in einen Eimer gepackt und zu Kristina Stalder gebracht. Die Grosselfingerin ist als Tierfreundin bekannt, sie unterstützt die Tierschutzgruppe Bodelshausen/Hechingen, und wohnt gleich um die Ecke.

Das schwarze Kaninchen war schwer verletzt, hatte Brüche und Schnitte. Scherben klebten überall im Fell. Zufällig war das Kaninchen ganz sicher nicht in den Glascontainer geraten. Die Polizei ermittelte, konnte sogar den Containerstandort bei Albstadt relativ nah eingrenzen, doch ohne Hinweis kamen die Beamten nicht weiter. „Das Verfahren wurde inzwischen eingestellt“, sagt Stalder.

Viel bessere Nachrichten hat die Grosselfingerin auf die Frage, wie es dem Kaninchen inzwischen denn gehe. „Es geht ihm gut, sehr gut sogar“, freut sich Kristina Stalder. „Fritzle“ hat ein Zuhause gefunden, darf mit Artgenossen herum hoppeln, im Sommer sogar nach draußen, sich also gesund und artgerecht entwickeln. „Er ist jetzt nicht mehr ganz so schreckhaft“, freut sich Stalder.

Wer vermisst Tigerkatze?

Doch der nächste Sorgenfall hat Einzug gehalten. „In dieser Woche habe ich eine Katze gebracht bekommen“, erzählt Stalder. Das Tier war einer älteren Dame Ende Dezember, Anfang Januar in Bad Imnau zugelaufen. Nach einiger Zeit wurde bemerkt, dass die Katze gechipt ist. „Aber leider ist der Chip nicht registriert“, seufzt Kristina Stalder. Sonst wäre der Eigentümer schnell gefunden. Denn einen verwahrlosten Eindruck machte die Katze nicht. „Wir müssen sie jetzt ein halbes Jahr ,vorhalten’, dürfen sie nicht vermitteln, der Eigentümer könnte sich ja melden.“

Kristina Stalder hat inzwischen bei über 20 Tierarztpraxen angerufen, bei allen Tierregistern, bei Fundämtern, in Tierheimen – alles ohne Ergebnis. „Das ist ein Riesenaufwand“, stöhnt sie, dabei warten bei der Tierschutzgruppe noch andere Katzen – Langhaar und Europäische Kurzhaar – auf ein neues Zuhause, sogar ein zahmes Katzenkind aus einem Dezember-Nachzüglerwuf. Und das Frühjahr bringt erfahrungsgemäß den nächsten Schwung Fundkatzen. Bis der Tierhalter gefunden ist, hat die Katze, die „Glen“ getauft wurde, in der Pflegestelle in Grosselfingen ihr vorübergehendes Zuhause. „Anfangs war sie schüchtern und fauchte bei fremdem Menschen, inzwischen lässt sie sich gerne streicheln und kraulen.“

Vielleicht vermisst ja jemand die getigerte Katzendame.

Eine Herzensangelegenheit: Immer wieder muss sich der Tierschutz um gefundene Katzen kümmern. Teilweise sind diese nicht kastriert und haben sich irgendwo in einer Scheune eingenistet und sich unkontrolliert vermehrt. Einige Katzen werden von ihren Besitzern zurückgelassen oder ausgesetzt, was vor dem Gesetz eine Straftat ist. Manchmal sind es aber auch Samtpfoten, die sich verlaufen haben, teilweise sind diese sogar kastriert, manche sogar tätowiert oder gechipt. Und dennoch sitzen viele dieser Katzen in irgendwelchen Tierheimen oder Pflegestellen und finden nicht zurück, weil sie nicht registriert wurden. Tierschutzorganisationen fordern schon lange: Katzenfreunde sollten ihr Tier kastrieren, tätowieren und registrieren lassen. Möglich ist dies beim Deutschen Tierschutzbund oder bei Tasso.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Amtsarzt hält Bachmann für dienstunfähig

Landrat Günther-Martin Pauli hat jetzt ein Verfahren eröffnet, um die Hechinger Bürgermeisterin Dorothea Bachmann vorzeitig in den Ruhestand zu schicken. weiter lesen