Faszination der Körpersprache Frauenfrühstück findet große Resonanz

Was wir ohne Worte alles sagen: Die evangelische Kirchengemeinde hatte zum Frauenfrühstück einschließlich Vortrag eingeladen.

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Beate Weingardt ist promovierte Theologin.

Christel Dehner freute sich, derart viele Gäste zum Frauenfrühstück der evangelischen Kirchengemeinde Bisingen im Gemeindesaal begrüßen zu können. Immerhin 60 Gäste unterschiedlicher Konfessionen hatten die Einladung angenommen. Neben dem reichlich gedeckten Tisch lockte aber sicher auch der Vortrag an diesem Vormittag: "Die Faszination der Körpersprache".

Referentin war Beate Weingardt aus Tübingen. Die promovierte Theologin und frühere Pfarrerin arbeitet inzwischen selbstständig im Bereich der Erwachsenenbildung, ist Autorin und psychologische Beraterin, zudem Vorsitzende des Vereins "Familienbildungsstätte Tübingen e.V.".

Wir alle achten ständig auf die Körpersprache anderer Menschen - aber selten ist uns dies bewusst. Wir entschlüsseln die Körpersprache anderer ganz automatisch. Wir reagieren auf Körpersprache - doch meist ohne uns darüber klar zu sein, worauf wir reagieren und vor allem: wie wir reagieren. Wir setzen Körpersprache ein - doch den wenigsten von uns ist dabei bewusst, was sie mit ihrem Körper signalisieren. Beate Weingardt zeigt, wo und wie wir alle Körpersprache benutzen, wie wir sie besser verstehen und auch selbst gezielter einsetzen können, damit Kommunikation und Begegnung gelingt.

Sie zitierte den amerikanischen Psychologen Albert Mehrabian, nach dessen Ansicht sich der Eindruck, den ein Vortragender auf das Publikum mache, zu 38 Prozent aus Stimme und Sprechweise, zu 55 Prozent aus Haltung, Mimi, Gestik und Blickverhalten und lediglich zu sieben Prozent aus dem Inhalt zusammensetze. 93 Prozent seien also tatsächlich Körpersprache, diese habe mindestens so große Bedeutung wie Worte.

Sich mit dem Körper auszudrücken sei uns, so Beate Weingardt, angeboren. Sozusagen einprogrammiert im Gesichtsausdruck seien Gefühle wie Angst, Wut, Trauer, Ekel, Freude, Überraschung und Interesse. Die gelernte Art der Körpersprache, die in verschiedenen Kulturen durchaus unterschiedlich sein könne, vermittle feinere, subtilere Gefühle, die "Zwischentöne".

Wichtig sei es zu wissen, dass unterbewusst immer zuerst die Beziehungsebene interessiere, um zu prüfen, ob der Gegenüber wohlgesonnen ist. Dies werde mit Vorliebe über die Körpersprache mitgeteilt. Stimmt die Beziehungsebene nicht, leide darunter die Sachebene. "Ein Blick sagt eben mehr als tausend Worte", heißt es ja nicht ohne Grund. Nicht eindeutig gedeutet, könne es zu Missverständnissen, Konflikten bis hin zu gestörten Beziehungen kommen.

Info Beate M. Weingardt, "Faszination Körpersprache: Was wir ohne Worte alles sagen", SCM-Verlag, Witten, 2011

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