Annette Widmann-Mauz wirbt bei Frauenfrühstück für Frauenrechte

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Die Bundestagsabgeordnete Annette Widmann-Mauz (links) und die CDU-Ortsvorsitzende Anne Heller (stehend) freuten sich über die große Resonanz beim Frauenfrühstück.  Foto: 

Einen Rundumschlag über die „Zeit der Frauen“ vom Weltfrauentag über gleiche Bezahlung bis hin zu Integration machte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz beim Frauenfrühstück, das zum zweiten Mal in Grosselfingen stattfand. Den morgendlichen Treff im katholischen Gemeindehaus hatte die Vorsitzende des CDU-Ortsverbands, Anne Heller, organisiert. Sie und Widmann-Mauz freuten sich über „einen vollen Saal mit starken Frauen“, die sich eine Auszeit vom Alltag nahmen.

Mit Blick auf den Weltfrauentag erinnerte die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Tübingen-Hechingen daran, dass Frauen erst seit 100 Jahren das Wahlrecht haben und gar erst seit den 70er-Jahren ohne das Einverständnis ihrer Ehemänner arbeiten dürfen. Vieles sei heute besser, das sei aber kein Grund sich zurückzulehnen. Bis zum „Equal-Pay-Day“, dem Tag der gleichen Bezahlung, am 18. März, müssten Frauen länger arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer im Vorjahr zu kommen. 22 Prozent verdienen Frauen weniger. Sieht man von Teilzeit, Elternzeiten und ähnlichem ab, bleiben immer noch sechs Prozent weniger, wenn Frauen unter gleichen Bedingungen wie Männer arbeiten. „Es gebe Mord und Totschlag, wenn man das den Männern abziehen würde“, vermutete Annette Widmann-Mauz.

„Die Zeiten sind frauenpolitisch nach wie vor spannend“, sagte die Bundesvorsitzende der Frauen-Union. In manchen Ländern würden Frauen nach einem Ehebruch gesteinigt, viele litten ein Leben lang an den Folgen einer Genitalverstümmelung. „Viele dieser Menschen flüchten zu uns und plötzlich sind deren Probleme auch mitten unter uns“, erklärte Annette Widmann-Mauz. Hier müsste die Integration gestärkt werden, in dem sich die Einstellung in den Köpfen ändere. Deshalb dürften nicht nur die Männer in Jobs gebracht werden, sondern auch Migrantinnen einen Beruf erlernen, „denn dann haben sie auch das Selbstbewusstsein zu widersprechen“. Auch dass viele Frauen aktuell Angst vor Belästigung haben, sei „kein gutes Zeichen“. Da reiche es nicht, sich nur mit dem Thema Integration zu beschäftigen, sondern man müsse auch in die innere Sicherheit und Strafprävention, wie zum Beispiel durch Videoüberwachung, investieren.

„Frauenpolitik ist nicht irgendein Gender-Gedöns. Es geht um die Rechte, dass es uns ein Leben lang gut geht“, sprach Widmann-Mauz auch die Themen Mütterrente, Kinderbetreuung und Lohnsteuerklasse an. Um die Situation der Frauen in Deutschland zu verbessern, müsse der Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule fließender sein. Im Wahlprogramm der CDU sei deshalb der Rechtsanspruch auf Betreuung auch im Grundschulalter veranschlagt. Zudem warb die Bundestagsabgeordnete, dass mehr Ehepaare beide die Lohnsteuerklasse 4 wählen. Damit seien die Freibeträge nicht nur auf den Besserverdiener verteilt, und für mehr Frauen lohne es sich, mehr als 450 Euro zu verdienen. „An das Bruttoeinkommen sind auch die Sozialleistungen gekoppelt. Mehr Lohn bedeutet im Fall auch höheres Eltern- und Arbeitslosengeld“, erklärte Widmann-Mauz, „gerecht ist das, aber es wird ein Kampf um die Frage: Wem steht was in einer Partnerschaft zu.“

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