"Husaren, fasst an!"

"Husaren, fasst an!" - so lautet der Befehl des Platzmajors bei der Verhaftung der Angeklagten beim Grosselfinger Narrengericht, das wieder am 8. und 12. Februar 2015 abgehalten wird.

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"Der Stadtarrest sei anerkannt". Die Geiselläufer verkünden beim Grosselfinger Narrenspiel den Stadtarrest in Lokalen, Straßen und Plätzen und fordern dabei das Vorzeigen des "venedischen Reisepasses".

Durch das rhythmische Schnellen beziehungsweise Knallen im Dreier-, Vierer- oder Fünfertakt ihrer langen kurzstieligen Peitschen zeigen Geiselläufer das Herannahen des Narrenzugs und die folgende Bekanntgabe des Stadtarrestes an.

Mit ihrem althergebrachten Fasnachtshäs, ganz in weiß mit Kniebundhose und mit farbigen Kunstblumen und Bändern geschmückten Hemden, sowie mit blumengeschmückter Schappel wieder mit Narrenspiegel an der Stirnseite laufen die Geiselläufer vor dem Narrenzug her, um mit den Peitschen zu schnellen.

Der Reisepass, der zur freien Bewegung durch das Reich der Herren von Venedig berechtigt, wird von den Furieren in Spiegelschrift angefertigt und gegen Zahlung eines Geldbetrages ausgegeben. Die Furiere im schwarzen Frack und schwarz-rotem Hut mit weißer Feder agieren beim Narrengericht als eine Art Gerichtsschreiber. Wer keinen gültigen Pass besitzt, lebt in der Gefahr, den Häschern des venezianischen Reiches in die Hände zu fallen und schlussendlich vor das Narrengericht geführt zu werden. Die schwarzen, die blauen, die grünen und die roten Husaren verhaften auf den Befehl des Platzmajors solche und andere Missetäter und führen diese dann unter dem Geleit von Korporalen, Stabläufern und Edelknaben vor das "venedische Gericht". Desweiteren sind die roten Husaren zusätzlich für die Bewachung der Narrengerichtsfahne zuständig, grüne Husaren übernehmen ferner die Leibwache des Narrenvogtes, dem obersten Repräsentanten und Richter im Reiche der Herren von Venedig. Die schwarzgekleideten Grenadiere, mit Holzgewehren bewaffnet, beziehen Posten und bewachen das Gerichtsgebäude. Heiducken werden mit ihren schmucken, orangefarbenen Uniformjacken bei allerschwersten Verfehlungen und Verbrechen der Delinquenten zur Stelle gerufen, sie verhaften daher die prominenten Gäste. Mit seidenen Schnüren fesseln sie diese und führen sie vor das Narrengericht, es gibt sodann kein Entkommen mehr.

Die Ausführung der schwersten aller Strafen in Grosselfingen, die für das Rauben des Sommervogels ausgesetzt ist, obliegt ebenfalls den Heiducken. Sie werfen jeden Verurteilten Sommervogelräuber ins Wasser des Narrenbrunnens. Das Fangen und das Fesseln der Sommervogelräuber liegt indes allein in der Hand der Profosen. Wobei ihnen die Gassenrollen dann meist wenig hilfreich, aber dafür umso energischer zur Hand gehen wollen. Mit ihren gelben Hosen und schwarzen Jacken mit gelbem Besatz, sowie längsgetragenem Zweispitzhut laufen die Profosen am Schluss des Narrenzugs, um alles und jeden im Blick zu haben.

Es ist seit Jahrhunderten die Aufgabe des Profos dafür zu sorgen, dass kein Fasnachtsspieler des Ehrsamen Narrengerichts aus seiner Rolle fällt oder vielleicht einmal in einem Lokal zu lange sitzen bleibt. Ein Spazierstock ist das Attribut in der Hand des Profos in Grosselfingen.

Das Spiel um den Sommervogel

Spieltage Gespielt wird am Schmotzigen Donnerstag (12. Februar) und am Sonntag davor (8. Februar). Begonnen wird mit einem feierlichen Gottesdienst, ab 12.30 Uhr folgt der Einzug ins Venezianische Reich. Gegen 14 Uhr wird die Reichsordnung auf dem Marktplatz verkündet, anschließend geht's zu den Gerichtssitzungen ins alte Schulhaus. Gegen 15 Uhr wird dann der Krauthafen im Pfarrhaus abgeholt. Um 16 Uhr beginnt das Spiel um den Sommervogel.

SWP

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