Schatten der Vergangenheit

Bisingen.  Mit der Enthüllung einer Gedenktafel für ihren Vater und Großvater Aleksander Olszanski auf dem Bisinger KZ-Friedhof hat sich für die Nachfahren der Kreis endlich geschlossen.

Der in Warschau geborene und von den Nazis nach Bisingen verschleppte polnische Zwangsarbeiter Aleksander Olszanski ist auf dem Bisinger KZ-Friedhof begraben. Die Enthüllung der Gedenktafel war eine schlichte, aber ergreifende Zeremonie.

Außer der Tochter von Aleksander Olszanski, Janina Olszanska, und deren Kinder, Dorota Wrobel und Peter Zantvoort, hatten sich einige Bisinger, der Vorsitzende des Balinger Bürgervereins und die beiden Geistlichen Pater Joachim Rzesnitzek (von katholischer Seite) und Pfarrer Ulrich Günther (von evangelischer Seite) eingefunden, um ihre Anteilnahme zu bekunden.

Jahrelang hatten die Angehörigen nach der Todesstätte Aleksander Olszanskis geforscht. Auch die Unterstützung durch den Such-dienst der Deutschen Roten Kreuzes brachte kein Ergebnis.

1992 starb Aleksander Olszanskis Ehefrau, Feliksa Wyporkiewicz. Doch die Nachforschungen wurden weiterbetrieben.

Erst ein Abgleich von "Nummern", mit denen die Deportierten versehen worden waren, brachte Licht ins Dunkle: Aleksander Olszanski war am 1. Oktober 1944 von Danzig-Stutthof nach Natzweiler und von dort nach Bisingen deportiert worden war.

Sichtlich ergriffen erinnerte Uta Hentsch vom Verein Gedenkstätten Bisingen an das menschenverachtende Regime, das den Angehörigen lapidar mitgeteilt hatte, Aleksander Olszanski sei an einer Lungenentzündung gestorben, ohne bekanntzugeben, wo er begraben ist.

"Diese Gedenktafel soll - wie das gesamte Areal - an die Vergangenheit, an Verfolgung und Unterdrückung erinnern, sie soll aber vor allem an Menschen erinnern. Sie soll Zeichen setzen, daran zu denken, hinzu schauen, soll zur Aufklärung beitragen und sie soll uns gegen gleichartige Geschehnissen wappnen", sagte Heinz Schwab vom Bürgerverein Balingen.

Janina Olszanska, die zusammen mit ihren Kindern die Gedenktafel gestiftet hatte, dankte dem Verein Gedenkstätten Bisingen, vor allem Uta Hentsch, für die großartige Unterstützung und Hilfe, und zeigte sich erleichtert und froh, dass die Jahrzehnte lange Suche nach der Todesstätte ihres Vaters nun endlich zu Ende sei.


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Autor: ANTONIA LEZERKOSS | 22.06.2011

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