Die Sage von den feenartigen Edelfräulein
Thanheim. Einen unterhaltsamen Einblick in Thanheims Geschichte gab Karl Fischerkeller bei der Hauptversammlung des Heimatvereins.
Karl Fischerkeller, Vorsitzender des Thanheimer Heimatvereins, nahm sich die Zeit für eine persönliche Würdigung zweier Mitglieder, die erst vor kurzem gestorben sind: Anneliese Heidemann und Gustav Buckenmaier. Beide seien sehr engagiert gewesen.
Neues Mitglied im Verein ist Martha Mannchen. Sie war ja schon seit langem immer wieder bei Veranstaltungen des Vereins mit dabei.
Kassier Horst Buckenmaier berichtete, dass der Kassenbestand ein wenig angewachsen sei. Willi Gsell bescheinigte eine tadellose Kassenführung. Der komplette Vorstand stellte sich wieder zu Wahl - und wurde bestätigt.
Am 19. Mai wollen die Heimatvereinsmitglieder das Maschenmuseums in Tailfingen besichtigen. Am 20. Juli ist ein Ausflug nach Gengenbach geplant. Es wurde angeregt, dort eine Führung zu organisieren - und dafür das bisher übliche Fahrgeld zu verwenden. Ohne Führung würden doch viele interessante Aspekte versäumt. Für die am 5. Oktober geplante Besichtigung des Klosters Bebenhausen gelte das Gleiche. Es bleibt dabei, dass auch diese etwas größere Ausfahrt mit Privatautos bewerkstelligt werden soll.
In seinen heimatkundlichen Ausführungen sprach Fischerkeller das Haus in der Weinbeerstraße an, das zur Zeit abgebrochen wird. In dem Einschätzungsbuch aus dem Jahr 1855 zur Einführung der Feuerversicherung seien als Eigentümer Jung-Johann-Georg Dehner und Franz Oft genannt. Bis zur letzten Bewohnerin des Hauses, der im letzten Jahr verstorbenen Augusta Eger, geborene Oft, könne die Reihe der Eigentümer lückenlos angegeben werden.
Aus dem Haus stamme auch ein Mitglied des Heimatvereins, nämlich Maria Breimesser, die Tochter des späteren Traubenwirts Johann Schairer, der in das Haus hineingeheiratet hatte.
Bei der Einführung der Feuerversicherung, so Fischerkeller, sei das große Gebiet zwischen der heutigen Zimmerner und der Weinbeerstraße unbebaut gewesen sei. Es heiße in den alten Ortskarten Hofnet. "Vielleicht kann man den Namen so deuten, dass hier einmal einer der zwei zollerischen Gutshöfe gestanden hat, die Otto Bogenschütz in einem Aufsatz im Nachrichtenblatt im Oktober des vergangenen Jahres genannt hat." Lehensnehmer seien im Jahr 1544 Hans Gsell und Melchior Beck gewesen.
Wohl sicherer könne man, dem Gewannnamen nach, behaupten, dass der zweite herrschaftliche Hof in der Hofstätte angesiedelt war.
Lebhaft wurde diskutiert - und unter anderem an eine Überlieferung erinnert, nach der beim Pflügen im angrenzenden Gewann Blumen oder, wie es in einem alten Grundstücksverzeichnis heißt, "In der Blumen" - man beachte den hier sonderbar erscheinenden Gebrauch des Wörtchens "der" -, Steinplatten heraus gekommen seien. Überhaupt sehe das topfebene Gelände danach aus, dass die natürliche Landschaft verändert worden sein könnte. Es gibt eine Sage, nach der dort feenartige Edelfräulein gewohnt haben sollen.
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19.03.2010
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