Tuttar kündigt in Böhmenkirch per WhatsApp

Einen Tag vor dem vielleicht entscheidenden Spiel um den Relegationsplatz der Kreisliga B9 gegen den FTSV Ditzenbach/Gosbach platzte die Bombe. Marko Tuttar trat am Mittwoch als Trainer der TG Böhmenkirch zurück.

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Er lasse sich von Spielern "nicht erpressen", begründet er seine Entscheidung. Seit seinem Amtsantritt im Sommer hat Tuttar aus der grauen Maus TG ein Spitzenteam geformt, das sogar ganz sacht ans Tor zur Kreisliga A3 klopft.

Stammkräfte, die lange fehlten und jetzt noch nicht die hundertprozentige Fitness nachweisen, sollen vom Trainer verlangt haben, sie gegen Ditzenbach/Gosbach aufzustellen und dafür andere Spieler rauszunehmen. "Entweder am Donnerstag oder gar nicht", zitiert Tuttar die Forderungen, denen er nicht nachgeben wollte. Ein Spieler habe sich gar geweigert, ohne diese Einsatzgarantie am Dienstag überhaupt zu trainieren.

Tuttar sah keine andere Lösung mehr als zurückzutreten - und grämt sich über eine Entscheidung im Winter, die er jetzt als Fehler einschätzt. Er hatte ein Angebot aus der Verbandsliga abgelehnt, um in Böhmenkirch zu bleiben. Das findet er jetzt "doppelt ärgerlich".

Abteilungsleiter Klaus Biegert wurde von der Entwicklung "komplett überrascht". Ihm fehlt jedes Verständnis für Tuttars "Kurzschlussreaktion", wegen Problemen mit einem Spieler einfach alles hinzuwerfen. Mittwochs schickt Tuttar normalerweise dem Abteilungsleiter die Mannschaftsaufstellung per WhatsApp. Als es diesmal bei Biegert piepte, informierte der Coach in dürren Sätzen über seinen Rücktritt. "So was geht gar nicht", sagt Biegert. Eine solche Entscheidung erkläre man nicht per Kurznachricht.

Ohne den Coach hat die TG unter Anleitung von zwei verletzten Spielern plus Biegert selbst Wirkung gezeigt. Durch das 0:4 gestern Abend gegen Ditzenbach/Gosbach fiel die TG hinter den direkten Konkurrenten auf Rang drei zurück.

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