Trio bezwingt den Brocken

Die Ultraläufer Andreas Bulling, Marc Forster und Peter Minicka haben die Brocken-Challenge gemeistert. Bereits als Siebter der 182 Starter kam Bulling im Schneetreiben nach 8:41 Stunden am Brocken-Gipfel an.

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Der Dürnauer Marc Forster und die dampfende Brocken-Bahn kurz vor dem Ziel des Langstreckenlaufs über 80,5 Kilometer auf dem 1141 Meter hohen Brocken-Gipfel. Foto: Sebastian Thiesen

Kalt, hart, schön - so lautet der Untertitel der Brocken-Challenge für Ultra-Langstreckenläufer, die zum zehnten Mal von Göttingen aus auf den 1141 Meter hohen Brocken führte. Gelaufen wird für einen guten Zweck: Die gesamten Startgelder werden an ein Hospiz, einen Kindergarten, ein Kinderkrankenhaus in Nepal und eine Radsportschule gespendet.

Nach einem eiskalten gemeinsamen Frühstück machten sich die Teilnehmer morgens um 6 Uhr bei minus drei Grad durch den Göttinger Wald auf den 80,5 Kilometer langen Weg, zwei Zentimeter Neuschnee unter den profilierten Schuhsohlen. War an diesem Tag der Schnee ein steter Begleiter der Läufer, so blieb auch die Temperatur ständig unter dem Gefrierpunkt.

Die ersten 42,5 Kilometer mit 550 Höhenmetern wurden locker abgespult. Alle drei Kreisvertreter gingen verhalten an, um Kräfte zu sparen, bevor es bergauf in den Harz ging. Der Eislinger Andreas Bulling war nach 3:48 Stunden als Zehnter dort. Direkt ab dem Verpflegungspunkt wurde es steil und die Schneehöhe nahm deutlich zu. Waren die Wege bisher problemlos gut zu laufen, war jetzt Konzentration gefordert. Bei Kilometer 53,5 stolperten die Läufer im 20 Zentimeter hohen, verharschten Tiefschnee entlang der Langlaufloipe. An Laufen war nicht zu denken, das Tempo wurde merklich langsamer. Alle haderten mit der Strecke, Marc Forster hatte ein mentales Tief, das er aber gut überwand. Nachdem sich die Bodenverhältnisse besserten, freute auch er sich auf die letzten 15 Kilometer.

Dieser Abschnitt war jedoch hart und kostete viel Kraft. Dafür war es am Schlussanstieg zum Brocken untypisch windstill und die schöne Winterlandschaft entlohnte für die Strapazen. Andreas Bulling lief auf dem langen Anstieg noch auf Rang sieben vor und war überglücklich im Ziel. Zwar zeigte das Thermometer Temperaturen um zehn Grad minus, doch jedem Teilnehmer, der das Zielbanner erblickte, wurde es warm ums Herz.

Alle drei Starter aus dem Kreis haben ihre Herausforderung gemeistert. Nur elf Teilnehmer gaben unterwegs auf. An der Spitze herrschte lange Zeit ein Vierkampf, den Lokalmatador Frank Kleinsorg aus Göttingen nach 7:40 Stunden mit sieben Minuten Vorsprung für sich entschied. Der Dürnauer Marc Forster legte die Strecke gemeinsam mit seinem Freund Sebastian Thiesen zurück, unterwegs motivierten sie sich gegenseitig. Nach 10:20 Stunden erreichten sie Hand in Hand als 50. den Gipfel.

Seinen Trainingslauf der besonderen Art bewältigte der Uhinger Peter Minicka in 11:05 Stunden als 91. Das Ergebnis war für ihn zweitrangig, der Lauf war goldrichtig vor seiner nächsten Herausforderung Anfang März, wenn er eine Woche lang 250 Kilometer durch die chilenische Atacama-Wüste läuft. Dafür trug er seinen vollgepackten Rucksack mit sieben Kilo Gewicht über die 80 Kilometer. "Vielleicht etwas zu viel", gestand er lächelnd im Ziel. Aber auf seine drei kleinen Päckchen Gummibären und das Trockenfleisch hätte er nicht verzichten wollen, die waren wichtig als Stimmungsaufheller bei Kilometer 60.

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