Nur Körbe von den Frauen

Badminton: Landesliga-Aufsteiger TV Altenstadt hat sein Team kurzfristig wegen Frauenmangels zurückgezogen.

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Thomas Höhle (vorn) und Simon Arzt treten in dieser Saison nicht in der Landesliga an.  Foto: 

Cherchez la Femme: Thomas Höhle hat eine Frau gesucht, aber keine gefunden. Das beeinträchtigt das Privatleben des Eybachers nur mäßig, als Badminton-Abteilungsleiter trifft ihn das hart. Wegen Frauenmangels musste er drei Tage vor dem Saisonstart die Mannschaft des TV Altenstadt aus der Badminton-Landesliga zurückziehen.

Dabei waren die Altenstädter gerade erst in die Landesliga aufgestiegen. Im Vorjahr ging der TVA freiwillig in die Bezirksliga runter, weil man dort mit nur einer Frau antreten darf. Die Männer und Sarah Wolf holten sich auf Anhieb die Meisterschaft, obwohl das Frauendoppel stets kampflos an den Gegner ging. Ab der Landesliga muss eine Mannschaft aber vollständig antreten, braucht neben vier Männern also zwei Frauen im Team. „Es war klar, dass es schwierig wird“, sagt Höhle über seine Suche, bei der er sich mit seinen Mitstreitern „nur Absagen“ eingehandelt hat.

Am Samstag wäre der TVA gegen die SG Korntal/Feuerbach II in die Landesliga gestartet, drei Tage zuvor zog Höhle die Reißleine und meldete die Mannschaft ab. Der Frauenmangel wäre allein durch Spielerinnen aus der Jugend zu beheben gewesen, die wollte der Abteilungsleiter nicht verheizen. Da Höhle sie für noch nicht reif genug für die Landesliga hält, hätten sie angesichts der drohenden klaren Niederlagen „nächstes Jahr vielleicht keine Lust mehr“ gehabt, begründet er den Verzicht. Meisterspielerin Sarah Wolf wollte zudem kürzer treten, hätte sich aber im Fall einer starken Mitspielerin zum Weitermachen bewegen lassen.

Das verspätete Abmelden kurz vor dem Rundenstart hat auch taktische Gründe. Dadurch kann der TVA kommende Saison wieder in der Bezirksliga einsteigen, bei einem zeitlich früheren Rückzug hätte der Neuanfang in der Kreisliga stattfinden müssen. Darauf hat in Altenstadt niemand Lust.

Für die Bezirksligasaison 18/19 sieht Höhle keinen personellen Engpass mehr. Die Mannschaft könne dort „zu 99 Prozent“ antreten, weil dann auch die Nachwuchsspieler gereift sind. In der Jugend des TVA spielen einige Talente, darunter sieht Höhle „zwei oder drei Mädchen“, die ab dem kommenden Jahr der ersten Mannschaft helfen können.

  Die Juniorinnen sind die letzte Patrone der TVA-Badmintonabteilung. Gibt’s 2018 wieder keine Mannschaft, dürften auch die Männer keine Lust mehr auf eine nochmalige Zwangspause haben und den Verein wechseln. „Dieses eine Mal geht’s noch“, erklärt Höhle die Lage.

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