Durchschnittshöhe reicht zum Sieg

Die drei besten Springer hatten abgesagt. So reichten vor 2000 Zuschauern beim 3. Stabhochsprung-Meeting in der Geislinger Fußgängerzone 5,35 Meter zum Sieg. Den holte sich Florian Gaul (VfL Sindelfingen). Mit Bildergalerie.

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"Einen Salto Nullo gibt's immer, das gehört zum Stabhochsprung", hatte Meeting-Chef Klaus Täubert angekündigt. Er behielt recht. Diesmal erwischte es den Vorjahresdritten, Marvin Caspari vom TSV Bayer 04 Leverkusen scheiterte an seiner Einstiegshöhe von 5,20 Metern.

Verletzungen und andere Verpflichtungen hatten das Feld zuvor auf zehn Springer geschrumpft. Nach Karsten Dilla und Hendrik Gruber sagte am Freitagabend auch noch der Franzose Stanley Joseph ab, der kurzfristig für einen Länderkampf am Sonntag in Paris nachnominiert wurde.

Damit waren drei der ganz großen Favoriten nicht dabei und die Hoffnung auf große Sprünge dahin. Sponsor Albwerk reagierte prompt und setzte die Marke für den Flachbild-Fernseher nach unten. Statt 5,65 Meter reichten schon 5,50, um einen solchen mit nach Hause zu nehmen. Diese Marke war immer noch zu hoch. Florian Gaul vom VfL Sindelfingen und der in Zürich lebende US-Amerikaner Mitch Greeley scheiterten dreimal. Alle anderen Springer hatten sich zu dem Zeitpunkt schon verabschiedet.

Meeting-Moderator Holger Scheible äußerte Verständnis, weil sich "die gesamte Weltspitze im Moment schwertut", Höhen über 5,50 Meter zu springen. Daher stünden die Athleten bei dieser Marke vor einer "ganz besonderen Herausforderung". In Geislingen war sie zu groß, es reichten 5,35 Meter. Da Gaul sie im zweiten Versuch übersprungen hatte, holte er sich den Sieg vor Greeley, der für diese Höhe drei Sprünge benötigte.

Gaul war von seiner Leistung wenig begeistert. Er hatte sich "deutlich mehr" ausgerechnet. Die drei Sprünge über 5,50 Meter "waren alle nichts", sein ganz starker Flug über 5,35 Meter "hätte auch für Fünffünfzig gereicht", sagt Gaul. Dass er diese Höhe nicht mehr geschafft hat, ärgert den Sindelfinger mehr als der verpasste Fernseher. Den will er sich im nächsten Jahr krallen. Da steht die geforderte Marke aber wahrscheinlich wieder bei 5,65 Meter, die schrecken den 24-Jährigen nicht ab. "Ich glaube, nächstes Jahr um diese Höhen mitspringen zu können", verspricht er einen Leistungsschub.

Die 2000 Zuschauer in der Geislinger Fußgängerzone waren auch ohne Weltklasse-Höhen begeistert. Die zehn Springer boten eine gute Show, der Sieger stand erst nach zwei spannenden Stunden fest. Der böige Wind verzögerte den Start der Athleten zu ihren Sprüngen immer wieder.

Einer wäre gerne nochmals mitgesprungen. Alexander Straub hat aber mittlerweile seine Karriere beendet und wurde offiziell verabschiedet. Der ehemalige Deutsche Meister und zweimalige Bronze-Medaillengewinner bei Welt- und Europameisterschaften in der Halle bekam die goldene Ehrennadel seines Heimatvereins TG Geislingen. Straub war als Betreuer des Kinder-Schnupperkurses sowie als Ratgeber für die Springer aktiv, sein verletzter Teamkollege Jakob Köhler-Baumann machte sich als Helfer an der Matte nützlich. Der 31-jährige Straub genoss das "tolle Gefühl", zur offiziellen Verabschiedung nochmals über den Steg zu laufen - "das letzte Mal".

Lesetipp Interview mit Alexander Straub

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