Dem Gegner keine Luft gelassen

Der Süßener Boxprofi Firat Arslan hat die erste Hürde Richtung Weltmeistertitel souverän genommen: Nach 5:18 Minuten schlug er seinen Gegner Orlando Farias bei der "Fight Night" in Hamburg k.o.

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Immer im Vorwärtsgang: Von Beginn an setzte Firat Arslan (rechts) seinen Gegner Orlando Farias unter Druck und marschierte mutig nach vorne. Foto: dpa

Weil Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer bei der "Fight Night" des Universum-Boxstalls am Samstagabend im Ballsaal des Hamburger Hotels Grand Elysée seinen Gegner José Maria Guerrero aus Spanien schon in der vierten Runde durch technischen K.o. besiegt hatte, kamen die Boxfans im Kreis Göppingen um kurz nach halb zwölf überraschenderweise doch noch in den Genuss, den Kampf ihres Lieblings Firat Arslan aus Süßen im Fernsehen zu sehen.

Und was sie da sahen, dürfte sie für das lange Aufbleiben entschädigt haben: Mühelos bezwang der 41-jährige Profi seinen Kontrahenten Orlando Antonio Farias aus Argentinien durch technischen K.o. Nach drei Leberhaken in der zweiten Runde war alles vorbei. Von seinem dritten Niederschlag erholte sich Farias nicht mehr, woraufhin Ringrichter Jürgen Langos den Kampf abbrach.

"Es ist sehr gut gelaufen. Ich habe ihm keine Luft gelassen und von Anfang an Gas gegeben", bilanziert Ex-Weltmeister Arslan. Allerdings, räumt er ein, sei Farias "kein Maßstab für die Weltspitze" gewesen, mit der sich der Süßener künftig wieder messen will. "Dennoch war er kein schlechter Gegner. Er hat einige Kopftreffer von mir gut weggesteckt. Immerhin gehört er zu den Top 100 Boxern der Weltrangliste", sagt Arslan.

Von Beginn an marschierte der Süßener, der erst im Alter von 37 Jahren Weltmeister wurde, nach vorne und setzte Farias unter Druck. "Das ist nun mal mein Kampfstil. Auf diese Weise habe ich schon viele Kämpfe gewonnen." Aus einer sicheren Deckung heraus versuchte er immer wieder, den 38-Jährigen ihn vor sich herzutreiben, ihn in die Ringseile zu pressen und vor allem mit kurzen Haken zum Erfolg zu kommen. "Das ist meine entscheidende Waffe. Als Linkshänder komme ich besser zur Leber des Gegners", erklärt Arslan. Nachdem Farias bereits zwei Mal vom Ringrichter angezählt wurde, hatte dieser beim dritten Mal ein Einsehen mit dem überforderten Argentinier und brach den bis dato ungleichen Kampf ab.

Obwohl er sich auf seinen Aufbaukampf ruhig und konzentriert vorbereitet hatte, gestand Arslan nach dem Duell, dass er durchaus angespannt war: "Der Druck, gegen so einen Gegner gewinnen zu müssen, ist groß. Wenn ich nicht gewonnen hätte, wäre mein WM-Traum wohl endgültig ausgeträumt gewesen."

Doch nach seinem Sieg sieht alles anders aus, und Arslan fiebert seinen nächsten Aufgaben schon entgegen. Bis morgen wird der Süßener in Hamburg bleiben, um mit dem Management von Universum über weitere Kämpfe zu verhandeln. "Im Gespräch ist ein Kampfabend am 24. März. Es könnte aber auch erst im April klappen", sagt Arslan. Auf den Boxstall warten jetzt einige Aufgaben: Es muss geklärt werden, wer der nächste Gegner sein wird, wo und wann der Kampf stattfinden soll und um welchen Titel dann geboxt wird. "Außerdem spielt das Fernsehen eine große Rolle. Es bestimmt mit, wann und wo der Kampfabend stattfinden wird", erklärt Arslan.

Und in dessen Gunst scheint der Süßener hoch zu stehen, denn der Fernsehsender Sport 1 sei seinem Kampf sehr zufrieden gewesen, erklärt der Deutschtürke - Jürgen Brähmer sei Dank.

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