Politik springt Schützen zur Seite

Traditionen pflegend und Neuem gegenüber aufgeschlossen - so zeigten sich die Schützen bei ihrem 64. Kreistag in Donzdorf. Kein Verständnis haben sie für angedachte Verschärfungen des Waffenrechts.

KARL-HEINZ PREUSKER |

Nicht zum ersten Mal wird eine Verschärfung des Waffenrechts für Sportschützen ins Gespräch gebracht, wenn es Gewalttaten oder Terroranschläge gibt, diesmal gehen derartige Bestrebungen von der EU aus.

Kreisoberschützenmeister Kurt Weil brachte beim Kreisschützentag in Donzdorf deutlich zum Ausdruck, dass das Ziel, Gewalt zu unterbinden, nicht mit weiteren Restriktionen für Sportschützen erreicht werden könne. Man stelle die Sportschützen damit diskriminierend unter Generalverdacht. Der Deutsche Schützenbund müsse dagegen etwas unternehmen. Sportschützen handelten diszipliniert und verantwortungsvoll, bestehende Vorschriften werden, so Weil, selbstverständlich eingehalten.

In seinem Jahresbericht würdigte der Kreisoberschützenmeister die sportlichen Erfolge aller Schützen und hob dabei den SV Wiesensteig (Aufstieg und Klassenerhalt 2. Bundesliga Luftgewehr), Wolfgang Wehle von der SG Bad Boll (Deutscher Meister Vorderladerschießen) und den ASC Göppingen als Sieger beim Internationalen Vereinscup in Innsbruck hervor.

Um die Tradition der Schützenvereine fortsetzen zu können, sei weiterhin eine zielbewusste Jugendarbeit notwendig. Damit können die Klubs dem Mitgliederschwund entgegenwirken. Der Schützenkreis Hohenstaufen umfasst in 41 Vereinen 4470 Mitglieder, zwei Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Donzdorfs Bürgermeister Martin Stölzle hob das Potenzial hervor, das in der städtischen Gesellschaft und in den Vereinen steckt. Die im Jahr 1560 gegründete Schützengesellschaft gehöre mit ihren Aktivitäten und Traditionen fest zum gesellschaftlichen Leben der Stadt.

In Baden-Württemberg gelte eines der schärfsten Waffenrechte, betonte die Landtagsabgeordnete Nicole Razavi, die im Namen aller anwesenden Abgeordneten (neben ihr Hermann Färber, Jörg Fritz, Jutta Schiller) sprach. Eine Änderung sei nicht notwendig. "Da haben Sie uns auf Ihrer Seite", sagte sie unter dem Beifall der Versammlung.

Landrat Edgar Wolff bestätigte den Schützen einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Sportgerät, bei den Kontrollen durch die beim Landratsamt angesiedelte Waffenbehörde habe es keinerlei Beanstandungen gegeben. Wolff erinnerte an die historische Entstehung der Schützenvereine und betonte, dass sie "nichts von ihrer Bedeutung verloren haben". Als einen sehr aktiven Kreis bezeichnete Landesoberschützenmeisterin Hannelore Lange (Fridingen) den Kreis Hohenstaufen, den größten im Württembergischen Schützenverband. Sie teilte mit, dass Ende März der Spatenstich zum Schulungszentrum in Ruit erfolgt und dass die Entwicklung des Verbands im Mittelpunkt der aktuellen Arbeit stehe.

Begrüßt hatte die 145 Delegierten Peter Schubert, der Oberschützenmeister der Schützengesellschaft Donzdorf. Er stellte seinen Verein, in dem mehrere Schützen-Gruppierungen eine Heimat haben, vor und dankte der Stadtverwaltung, dass sie es ermöglicht hatte, mitten in der Fasnet den Schützentag in der - der "Jahreszeit" entsprechend geschmückten - Stadthalle zu ermöglichen.

Schubert leitete im parlamentarischen Teil des Schützentages auch die Entlastung des Vorstands. Nicht zuletzt weil keine Wahlen anstanden, war der Schützentag eine Stunde früher zu Ende als vor einem Jahr. In den kommenden zwei Jahren treffen sich die Schießsportler zum Schützentag in Albershausen und in Wäschenbeuren.

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