Triathlet Alexander Kaiser: Vegan zu neuen Bestzeiten

Alexander Kaiser ist ein alter Hase im Ausdauersport. Doch vegan, also rein pflanzlich, ernährt sich der 46-jährige Triathlet aus Ebersbach erst seit gut zwei Jahren - mit Erfolg und dem Willen, die Erfahrungen weiterzugeben.

HARALD BETZ | 1 Meinung

Langstrecken-Triathleten sind Typen mit einem besonderen Willen. Alexander Kaiser hat seinen Ehrgeiz bei mehreren Ironman-Teilnahmen in Roth (Premiere im Jahr 1997), Zürich oder zuletzt vergangenen August beim Ostsee-Man unter Beweis gestellt, als er die 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den Marathonlauf in 10:55 Stunden zurücklegte.

Dafür trainiert der Mann vom Rechberghäuser Sparda-Team neben seinem Vollzeit-Job als Projektsachbearbeiter im Maschinenbau fast täglich - und ernährt sich vegan, verzichtet also auf alle tierischen Produkte. "Ich sage gern, dass ich mich rein pflanzlich versorge, also in der Hauptsache durch Obst und Gemüse", erklärt Kaiser mit einem Lächeln, wohl wissend, dass gerade Sportler den Verzicht auf Fleisch mit einer Leistungseinbuße verbinden.

"Die Übersäuerung des Körpers durch Fleisch und Milchprodukte ist ein großes Problem, man fühlt sich abgeschlagen, hat Hautprobleme und das ist auch viel schwerer verdaulich", nennt Alexander Kaiser für ihn wesentliche Gründe, auf die pflanzliche Kost umzusteigen, "das alles beschäftigt den Körper negativ und auch länger."

Der Ebersbacher will das neue Lebensgefühl nicht mehr missen, zudem hatte er den Beleg schnell auf seiner Uhr: "Ein paar Monate nach meiner Ernährungsumstellung habe ich meine zwölf Jahre alte Halbmarathon-Bestzeit verbessert." Für das kommende Jahr plant der überzeugte, aber keineswegs missionarische Ausdauersportler, der vor rund 20 Jahren mit dem Laufen begann und schnell zum Triathlon fand, zwei Teilnahmen an Mitteldistanz-Wettkämpfen.

Sein sportliches Highlight wird aber der Ironman Zürich von 2014 bleiben, "weil ich diesen nach den Umstellungen und dem Schritt zu einem insgesamt verantwortungsvolleren Leben so gut bewältigt habe". Zu den weitreichenden Gedanken über sich selbst zählt auch die Entscheidung, sein Wissen weiterzugeben. Kaiser betreut Sportler und schreibt Trainingspläne.

Am 3. Februar wird er im Uhinger Uditorium von seinen Erfahrungen unter dem Titel "Vorsicht Pflanzenfresser" berichten, Mitte April organisiert der 46-Jährige "ein hundert Prozent veganes Rennrad-Camp auf Mallorca mit maximal zwölf Teilnehmern abseits der Betten-Bunker". Eine deutsche Köchin sorgt für die Verpflegung, Kaiser und Hans-Peter Dannenberg, mehrfacher Hawaii-Teilnehmer, werden die Sportler betreuen. "Natürlich sind auch neugierige Fleisch-Esser willkommen", erklärt der Organisator, der weitere positive Erkenntnisse vermitteln kann: "Ich war die letzten Jahre nie krank und esse aus meiner Sicht reichhaltiger als früher."

Dabei seien Einkäufe kein Problem, obwohl er auf die Fertigprodukte des stark zulegenden Industriezweigs weitgehend verzichte. "Ich mache es lieber selbst, etwa die Riegel für den Sport", verrät Kaiser, der seine Rezepte auch gern weitergibt. Was dem Ebersbacher noch fehlt? "Ein eigener Gemüsegarten wäre natürlich optimal, die Zeit zur Pflege würde ich mir nehmen."

Dabei ist sein Tag auch ohne eigenen Anbau gut ausgefüllt. "Ich stehe um 5 Uhr auf, arbeite sieben bis acht Stunden, trainiere und mache die Trainingspläne und fühle mich dabei fit und gesund", sagt Kaiser stolz, "auch das Schwimmtraining bis 22.30 Uhr zwei Mal die Woche stecke ich besser weg als früher."

Der Vortrag "Vorsicht Pflanzenfresser" (mit veganem Snack) von Alexander Kaiser findet am Mittwoch, 3. Februar, um 19.30 Uhr im Kleinen Saal des Uhinger Uditoriums statt. Weitere Informationen unter www.training-fuer-alle.de

Training auf Mallorca

Veganes Rad-Camp Mit dem von ihm gegründeten "Vegan-Endurance-Team" veranstaltet Triathlet Alexander Kaiser aus Ebersbach vom 16. bis 23. April sein erstes hundert Prozent veganes Rennrad-Camp auf Mallorca. Standort ist eine Finca abseits der Touristen-Hochburgen, für die vegane Halbpension sorgt eine Köchin, maximal zwölf Teilnehmer nimmt Kaiser mit. Er und sein Partner Hans-Peter Dannenberg betreuen die Radsportler und geben ihre Erfahrungen weiter.

1 Kommentar

31.01.2016 13:55 Uhr

Klimakiller Nr. 1

Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.

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