Vom TuS Nettelstedt zum TuS N-Lübbecke

Mit dem TuS N-Lübbecke bekommt es Frisch Auf Göppingen heute Abend mit einem weiteren Urgestein der Handball-Bundesliga zu tun.

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Der frühere Handball-Europapokalsieger TuS N-Lübbecke hat sich inzwischen von der Fahrstuhlmannschaft zur festen Größe in der Bundesliga entwickelt. Unter dem früheren Vereinsnamen TuS Nettelstedt gehörte der Klub zu den traditionsreichsten Vereinen in der Liga. Wie in Göppingen stand in den Anfangszeiten des 1912 gegründeten und 1945 wiedergegründeten Vereins nach dem Krieg auch der Großfeldhandball im Blickpunkt.

Den Umstieg zum Hallenhandball vollzog man allerdings später als die Konkurrenz. Das sollte sich 1975 ändern, als man aus Minden den damaligen Nationalspieler Herbert Lübking in die Kreisklasse abwarb und bis in die Bundesliga durchmarschierte.

Damit gehörte der TuS Nettelstedt zu den Gründungsmitgliedern der eingleisigen Bundesliga und war auch ihr erster Tabellenführer. Es folgten 1981 der Europapokalsieg und der Titel im DHB-Pokal, zwei Jahre später aber auch der Abstieg und der sofortige Wiederaufstieg. Zwei weitere Europapokalsiege schlossen sich an, mit der zunehmenden Professionalisierung konnte man in Westfalen aber nicht Schritt halten.

Dem finanziellen Bankrott folgte der Abstieg und der Neuaufbau als TuS N-Lübbecke. Immer wieder folgte dem Abstieg der Wiederaufstieg, bis 2007 der bis heute bestehende Rekord von 68:0 Punkten im Handball-Unterhaus zur Rückkehr in die erste Liga führte.

Die schwierigen Jahre sind nach dem letzten Aufstieg im Jahre 2009 inzwischen vergessen. Das ist auch auf Paul Gauselmann zurückzuführen, der lokale Unternehmer hat sein Engagement sukzessive ausgeweitet und für eine finanziell stabile Basis gesorgt. Inzwischen ist der Klub im Mittelfeld der Liga angekommen und von Abstiegssorgen weit entfernt.

Im sportlichen Bereich ist die jüngste Stabilisierung vor allem auf Gennadij Chalepo zurückzuführen. Der 43-jährige ehemalige weißrussische Nationalspieler übernahm im Sommer das Traineramt von Markus Baur, der zum Deutschen Handballbund wechselte.

Als ehemaliger Spieler des TuS N-Lübbecke identifiziert sich Chalepo mit dem Verein und verkörpert dies auch gegenüber dem Umfeld. Gerade dort wird sehr großer Wert auf die Tradition und den Charakter des Dorfklubs gelegt.

In der Eigendarstellung bezeichnet sich Lübbecke als "das stärkste Dorf im Land". Damit wird auch auf die jahrelange Rivalität mit dem nur 20 Kilometer entfernten Verein GWD Minden angespielt. Insbesondere die Kreisderbys sind immer von besonderer Emotionalität geprägt. Das 31:32 Anfang des Monats beim Aufsteiger war die bislang einzige unerwartete Niederlage.

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